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Kommentarseite zu:

Was ist Freiheit?

Freiheit ist …

  • … sich selbst annehmen können.
  • … Selbstbestimmung über die eigene Lebenszeit.
  • … ein möglichst großer Bewegungsspielraum.
  • … sich seine Gesellschaft aussuchen können.
  • … von nichts und niemandem abhängig sein.
  • … seine Bedürfnisse befriedigen können.
  • … niemandem etwas schulden.
  • … keine Existenzsorgen haben.
  • … Zugang zum Wissen der Menschheit.
  • … eigene Begabungen ausleben können.
  • … offene Kommunikation.

Denkanstöße:
Kannst Du diese Liste noch um ein Stück Freiheit ergänzen?
Wie frei sind die Menschen in unserer Gesellschaft?

21 Kommentare »

  1. … auch mal “nein” sagen zu können/dürfen

    … seine Meinung frei äußern zu dürfen ohne deswegen ins Gefängnis geschickt zu werden oder sonstigen Repressalien ausgesetzt zu sein

    Kommentar von Liisa am 16.01.2008 um 00:28
  2. Stimmt Liisa, auch das ist Freiheit. Und u.a. das wollte ich auch unter dem letzten Punkt ‘offene Kommunikation’ zusammenfassen – eben sich offen und ehrlich mit anderen verständigen können.

    Kommentar von Iris am 16.01.2009 um 00:36
  3. Na, dann habt ihr schon alles gesagt.

    Allerdings fällt mir noch die Zeile von Janis Joplin ein: “Freedom’s just another word for nothing left to loose”. Auch wenn man das nicht wörtlich nehmen darf, so ist es sicher ein Stück Freiheit, wenn man sich nicht zu sehr an Personen oder Dinge klammert. Das ist ein Gedanke, der es wert ist, weiter gedacht zu werden (für mich) …

    Kommentar von Ingrid am 16.01.2009 um 17:35
  4. Kann es eventuell sein, dass ich in meinem Betreben nach Freiheit den andern in seiner Freiheit behindere, oder im Wege stehe??
    Lieber Gruß
    von Edith

    Kommentar von Edith am 16.01.2009 um 17:54
  5. @Ingrid: Dem widerspreche ich mit einem Goethe-Zitat:
    “Fürchterlich ist einer, der nichts zu verlieren hat.”
    Im Sinne von: Wem nichts und niemand so wichtig ist, dass er bereit ist, seine persönlichen Freiheiten dafür einzuschränken, Opfer zu bringen, den hindert auch nichts, zu einem rücksichtslosen Tyrannen zu werden. Im Hinblick darauf ist vielleicht auch die Frage interessant, ob grenzenlose Freiheit des Individuums für den Menschen (der ja auch ein soziales Wesen ist) überhaupt erstrebenswert ist.

    @Edith: In meiner Antwort auf Ingrids Kommentar klingt ja schon an, dass sich aus der Forderung nach grenzenloser Freiheit für den Einzelnen m.E. leicht Probleme für das zwischenmenschliche Miteinander ergeben können. Es gibt da ein geflügeltes Wort, das lautet: “Aus großer Macht wächst große Verantwortung.” Für die Freiheit des Individuums gilt m.E. das selbe wie für die Macht, wenn sie einem sozialen Gefüge nützen oder zumindest nicht schaden soll.

    Kommentar von Iris am 16.01.2009 um 18:40
  6. Wenn du genau liest, Iris: ich habe es deutlich eingeschränkt. Natürlich ist der Mensch ein soziales Wesen (was automatisch Unfreiheiten mit sich bringt), aber wenn man weniger zu verlieren hat, ist man freier. Mir tun die Menschen Leid, die ohne bestimmte materielle Dinge nicht leben können. Es bedeutet ein ganzes Stück Freiheit, wenn man auf dieses oder jenes verzichten kann, ohne dass es weh tut. – Oder die weit verbreitete Abhängigkeit vom Wohlwollen anderer. Das würde ich gerne verlieren …

    Kommentar von Ingrid am 16.01.2009 um 19:21
  7. @Ingrid: Klar hast Du recht, wenn Du sagst, dass man freier ist, wenn man weniger zu verlieren hat (oder das zumindest glaubt). Aber weniger ist mehr als nichts, wovon in den angeführten Zitaten (Joplin vers. Goethe) die Rede ist. Von daher galt mein Widerspruch auch nicht in erster Linie Dir (mir war schon klar, dass Du mehr auf die Zwischentöne hinaus wolltest als auf Schwarz/Weiß ;o), sondern dem Joplin-Zitat.

    Was die in unserer Gesellschaft relativ große Abhängigkeit von materiellen Gütern betrifft, denke ich, dass man manchmal auch die Macht der Gewohnheit unterschätzt. Ich habe z. B. die Erfahrung gemacht, dass man sich viel leichter daran gewöhnt, mehr zu haben als man zuvor hatte, als daran, wieder darauf zu verzichten. Und ich habe für mich daraus den Schluss gezogen, dass ich mir heute viel genauer überlege, an welche Dinge ich mich überhaupt erst gewöhnen will.

    Kommentar von Iris am 16.01.2009 um 19:49
  8. …frei sein von Zwängen jeglicher Art.
    Lieben Gruß über’n Berg
    Kvelli

    Kommentar von Kvelli am 16.01.2009 um 20:02
  9. Ja Kvelli, das wäre dann die absolute Freiheit (die Zusammenfassung aller oben aufgeführten Punkte) … die es aber nicht gibt. Sie ist m.E. unrealistisch, weil jeder Mensch irgendwelchen inneren oder äußeren Zwängen ausgesetzt ist (die auch nicht nur nachteilig oder unnötig sind, wie aus der vorhergehenden Diskussion bereits entnehmbar).

    Kommentar von Iris am 16.01.2009 um 20:19
  10. Inhaltlich kann ich nichts Vertiefendes beisteuern, da aber Tante Joplin schon da war, darf ich auch: wie die Faust aufs Auge paßt zu diesem Beitrag “Do What You Like” von Blind Faith. Dieser wunder, wunder, wunderschöne Musik (Steve Baker) heute wieder begegnet zu sein ist Euer Werk – Danke dafür! ;)

    Kommentar von Onno am 18.01.2009 um 00:01
  11. Ich habe einmal ein wenig provokativ (und aus formalen Gründen womöglioch leicht vereinfacht) deine Punkte aufgenommen:

    … sich selbst annehmen können.
    als ob du dich gegen eine Andere austauschen könntest – du hast keine Wahl, du bist du und niemand sonst!

    … Selbstbestimmung über die eigene Lebenszeit.
    als ob du die Stunde deines Todes bestimmen könntest,des Versagens deines Körpers – es wird passieren, was immer du auch tust!

    … ein möglichst großer Bewegungsspielraum.
    als ob du mehr Raum einnehmen könntest, als dein Körper und deine Sinne gemeinsam erfassen können – du bist, wo du bist!

    … sich seine Gesellschaft aussuchen können.
    als ob die Anderen nur darauf warteten, daß du sie dir erwählst – auch du bist Objekt, wie immer auch du andere zu Objekten machst!

    … von nichts und niemandem abhängig sein.
    als ob du nicht Nahrung, Heizung, Zuwendung, Nachsicht brauchst – du lebst nur, weil andere dich leben machen und leben lassen!

    … seine Bedürfnisse befriedigen können.
    als ob du nur Körper wärst, ein Unbedingtes – du hast ein Ich, weil du Zeit denken und beachten kannst und um das Später weißt!

    … niemandem etwas schulden.
    als ob du aus dir selbst dich nährtest und kleidetest – du schuldest Achtung und Dankbarkeit für jede Tat, die je dir nur zugute kam!

    … keine Existenzsorgen haben.
    als ob Sorge nicht der Quell deines Wohlbefindens wäre – die Vorsorge des Säens, des Hegens und Pflegens um dich herum, ohne die nicht einmal dein Magen seine Füllung fände!

    … Zugang zum Wissen der Menschheit.
    als ob Wissen dich frei machte von Verantwortung – zu wissen, was geschehen kann, zwingt dich zu planen und zu beachten!

    … eigene Begabungen ausleben können.
    als ob in dir das Maß deiner Reichweite, deines Einflusses, deiner Wirksamkeit läge – du bist nur ein Teil eines Ganzen, dem du Impulse geben kannst!

    … offene Kommunikation.
    als ob dein Reden etwas bedeutete, redete nicht eine Andere zugleich mit dir – du kannst nur mitteilen, was eine Andere verstehen kann!

    Kommentar von SuMuze am 18.01.2009 um 01:05
  12. Und da so viele hier Textzeilen aus Lieder mögen, hätte ich auch eine beizusteuern:

    we are stardust..

    Kommentar von SuMuze am 18.01.2009 um 01:08
  13. @SuMuze: Vielen Dank für die Facetten, die Du den oben genannten Formen von Freiheit hinzugefügt hast.
    Ich widerspreche Dir nicht und fühle mich nicht provoziert, denn erstens war mir schon beim Auflisten bewusst, dass keine dieser Freiheiten ohne Bedingungen oder Kehrseite ist, und zweitens sind die Zwischenstationen meiner philosophischen Ausflüge hier nicht in Stein gemeißelt. Widerspruch ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

    Apropos Widerspruch: Ich empfinde viele menschliche Sehnsüchte als widersprüchlich – z.B. wollen wir einerseits frei und unabhängig sein, andererseits aber auch sicher und geborgen.

    @Onno: Es muss ja nicht immer nur in die Tiefe gehen, ein bisschen Fliegen zwischendurch ist auch okay ;o).
    Ich hatte und habe nach wie vor viel Sympathie für die Generation, die diese Musik erschuf und so kompromisslos nach Freiheit strebte wie keine andere davor oder danach. Aber ich weiß inzwischen auch, dass viele von ihnen, die sie nicht mehr loslassen konnten, dafür einen hohen Preis zahlen mussten …

    Kommentar von Iris am 18.01.2009 um 08:45
  14. Das Tollste an dieser ganzen Sache hier ist, dass man dadurch anfängt nachzudenken und das tut gut und ist gut. Deshalb muss ich mich auch bei allen hier für die Anregungen und Denkanstöße bedanken. Und noch ein Zitat:
    “Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden.” Abraham Lincoln
    Was haltet ihr von: Freiheit ist die Möglichkeit zu wählen. (?)

    Kommentar von Ingrid am 18.01.2009 um 12:53
  15. @Ingrid: Genau wegen dieser vielfältigen Denkanregungen, die philosophische Fragen oder Thesen oft liefern, beschäftige ich mich so gern damit. Allerdings ist das nichts für Lösungsfixierte, denn die Widersprüche, auf die man dabei stößt, lassen sich nicht immer auflösen. Man muss sich auch damit anfreunden können, dass es auf manche Fragen keine Antworten gibt oder viele.

    Meine vorläufige Antwort auf Deinen Definitionsansatz: Allenfalls wenn die Möglichkeit auch die Fähigkeit umfasst.

    Kommentar von Iris am 18.01.2009 um 15:24
  16. Was bedeutet denn:
    “Freiheit ist die Möglichkeit zu wählen.”
    Meine Freiheit, oder ist es die, die mir andere lassen, oder aufzwingen wollen?
    Lieber Gruß
    von Edith

    Kommentar von Edith am 18.01.2009 um 20:14
  17. @Edith: Wenn andere Dir Freiheiten aufzwingen oder zugestehen müssen, hast Du ja nicht die Möglichkeit, (sie Dir) zu wählen. Das ist keine Freiheit (nach meinem Verständnis von Ingrids Definition).

    Kommentar von Iris am 18.01.2009 um 20:35
  18. @ Iris: Genau, je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr merkt man, dass es gar keine ‘Lösung’ gibt. Muss es ja auch nicht. Das Wort ‘Freiheit’ ist eigentlich ein Gedankenkonstrukt und es gibt unendlich viele Aspekte.

    @ Edith: Ich kann z.B. wählen, dies oder jenes zu tun. (Vielleicht sollte man da konkreter werden?). – Wenn andere mir ‘Freiheiten’ aufzwingen, dann sind es keine. (Meinst du das jetzt politisch?)

    Ich weiß nicht, ob und wie die Diskussion hier weitergeht, aber ich finde es gut, wenn man diesen hehren und abstrakten Begriff ‘Freiheit’ an seinem Alltag überprüft und misst. Ich bin für mich persönlich, ganz konkret schon zu wertvollen Erkenntnissen gekommen.

    Kommentar von Ingrid am 18.01.2009 um 21:18
  19. Damit ihr mich richtig versteht, ich lebe schon meine kleine Freiheit aus und bin damit zufrieden. Ich glaube, die absolute Freiheit für jeden individuell, gibt es nicht. Sie endet immer an den Grenzen des Einzelnen und an seiner Freiheit, die ich tolerieren will.(Bin ich dann immer noch frei?)
    Beispiel: Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und ich halte mich an die Verkehrsordnung, indem ich die Geschwindigkeit beachte. Ein anderer rast rücksichtslos, überholt wo es verboten ist, genießt der seine Freiheit?? Er denkt ja, aber er gefährdet mich und andere Verkehrsteilnehmer, um Ingrids Gedanken mit der Überprüfung im Alltag aufzugreifen.
    Einen guten Wochenstart
    wünscht euch Edith

    Kommentar von Edith am 19.01.2009 um 10:09
  20. @ Edith: Schönes Wort, das mit der ‘kleinen Freiheit’. Die muss sich wohl jeder im Alltagsleben mit seinen vielen Anforderungen suchen. Und wichtig ist es, damit zufrieden zu sein. Ich stimme auch zu, dass es die absolute Freiheit nicht gibt. Vielleicht ist das auch gar nicht erstrebenswert. Wenn ich soziale Beziehungen eingehe, egal, ob ich heirate oder irgendwo einen Besuch mache, schränke ich immer meine eigene Freiheit ein, auch, wenn ich mich an Regeln halte. Aber erstens bekomme ich dafür anderes Wertvolles und zweitens ist ein menschliches Miteinander ohne Beschneidung mancher Freiheiten gar nicht möglich. Vielleicht ist es das, was ich mit “Freiheit der Entscheidung” meine.

    Kommentar von Ingrid am 19.01.2009 um 11:28
  21. @ Ingrid,
    “Vielleicht ist es das, was ich mit “Freiheit der Entscheidung” meine.
    Dann sind wir uns ja einig, ich verstehe es auch so. Das bisschen
    “kleine Freiheit” um uns herum, das wollen wir dann auch richtig nutzen. Mit wachen Sinnen durch die Welt gehen und uns auch politisch nicht Sand in die Augen streuen lassen. Es wird zwar immer komplizierter, globaler aber noch haben wir die Möglichkeit, uns frei zu entscheiden.
    Lieber Gruß
    von Edith

    Kommentar von Edith am 19.01.2009 um 17:00

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