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Kommentarseite zu:

Vera Lengsfeld bloggt nicht

Aber natürlich bloggt sie, meint Ihr, schließlich hat sie doch jetzt auch so eins von diesen Internettagebüchern und stellt da auch regelmäßig Inhalte ein? Na und? Deshalb bloggt sie noch lange nicht. Sie redet nicht mit den Leuten, die ihre Einträge kommentieren. Auf grob geschätzt ca. 95% der Kommentare wird überhaupt nicht geantwortet, geschweige denn sich an den Diskussionen beteiligt, die ihre Inhalte in anderen Blogs ausgelöst haben.

Schon seit einigen Tagen machen Blog-Kommentatoren ihrem Ärger über Frau Lengsfelds Schlampenplakat Werbeplakat quer durch alle nachfolgenden Blog-Einträge Luft. Und man lässt sie größtenteils gewähren und kümmert sich nicht um ihre Kritiken. Die wenigen Anworten, die da zwischendurch mal kommen, klingen so gekünstelt und teilnahmslos, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen kann, irgendein völlig leidenschaftsloser CDU-Pressefuzzi hat sie verfasst. Und das Publikum hat das Spielchen natürlich längst durchschaut. Auch die streunenden Web-Trolle haben inzwischen bemerkt, dass uns da wieder mal eine Politikerin eine unpersönlich geführte Wahlwerbeschleuder als Blog verkaufen will. Sie reißen den unausgegorenen Mist, den die Blogbetreiber auf die virtuelle Straße kippen, genüsslich auseinander und platzieren ihre verbalen Exkremente darin – ganz so, wie es eben der Trollnatur entspricht. Der Gestank muss wohl mittlerweile bis zu Frau Lengsfeld vorgedrungen sein. Jedenfalls hat sie ihre seelenlosen Blog-Lakaien jetzt eine Straßensperre errichten lassen, vor der sich das Stimmvieh anstellen darf, bis man geprüft hat, ob es stubenrein ist.
Das ist nicht Bloggen, sondern nur ein weiterer Versuch der Webvolksverarschung!

Mein Tipp an alle PolitikerInnen, die meinen, sie könnten hier vor der Wahl mal eben einen auf Obama machen, danach einfach einmal feucht durchwischen und sich hier nie wieder blicken lassen: Lasst es doch einfach gleich ganz sein. Wenn Ihr nicht mit uns reden wollt, dann behaltet doch Euer Geseier bei Euch oder übergebt es einfach Presse oder Fernsehen. Lasst sie es wie gehabt übers Volk kippen, wo es Euch nicht widersprechen kann, statt hier im Netz so zu tun, als würdet Ihr Euch für die Belange Eurer Wähler interessieren. Hier fällt Eure Heuchelei nämlich nicht nur auf, sondern man kann sie auch direkt weitersagen ;o).

4 Kommentare »

  1. Wenn es nach mir ginge, sollten sie nicht nur ihr Geseier bei sich behalten, sondern auch ihre Werbe-Visagen.

    Kommentar von Botschaft am 13.08.2009 um 13:46
  2. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen! So ein Blog wäre für manchen Politiker eine wunderbare Möglichkeit, mit dem Leser bzw. potentiellen Wähler in Kontakt zu treten und in das so selten gepflegte Gespräch zu kommen. Sehr bedauerlich!

    Nun wird der Blog natürlich nicht von Frau Lengsfeld selbst, sondern von ihrem ehrenamtlichen Wahlkampfteam geführt, was auch offen zugegeben wird. Das ist zwar ehrlich, offenbart aber auch irgendwie ein weiteres Mal (u.a. neben der Gestaltung des Plakates selbst), das Frau Lengsfeld nur Publicity um jeden Preis, aber keine inhaltliche Auseinandersetzung sucht.

    Zu dem Beitrag mit der Verkündung der Moderation der Beiträge: man muß dem Team auf jeden Fall zu Gute halten, das kritische Beiträge (so weit man das aus den freigegebenen Kommentaren, sowie einer Antwort des Wahlkampfteams im gleichen Beitrag entnehmen kann) nicht zensiert werden. Täte das Team dies erkennbar, könnte die Kandidatin ohnehin gleich einpacken. Fast genauso schlimm ist jedoch, das keine erkennbare Auseinandersetzung mit der Kritik oder mit politischen Inhalten stattfindet!

    Kommentar von romanmoeller am 13.08.2009 um 23:15
  3. @Roman:
    Zitat: “Nun wird der Blog natürlich nicht von Frau Lengsfeld selbst, sondern von ihrem ehrenamtlichen Wahlkampfteam geführt, was auch offen zugegeben wird.”

    Das war für mich heute morgen, als ich dieses Blogposting verfasste, noch nicht so klar ersichtlich, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich dort noch kaum Antworten zu den Hunderten Kommentaren gefunden. Aber es passt ja weitgehend zu meiner Vermutung.

    Allerdings finde ich es nicht ‘natürlich’, dass Frau Lengsfeld sich nicht die Mühe macht, ihr Blog selbst zu führen. Wenn Frau Merkel dazu nicht jeden Tag die Zeit fände, könnte ich das verstehen. Aber wieso bitte hat denn Frau Lengsfeld nicht wenigstens 1-2 Stunden pro Tag Zeit, sich persönlich um ihre Internetkommunikation zu kümmern? Es spräche ja m.E. nichts dagegen, wenn sie sich darüber hinaus bei der Betreuung ihres Blogs helfen ließe; doch sich bei diesem Ansturm an Kritik ganz rauszuhalten, halte ich für alles andere als ‘natürlich’. Ich sehe es entweder als Zeichen von Feigheit, sich nun den Meinungen der von ihr zuvor so plump ‘angebaggerten’ Wähler offen zu stellen oder – was aus meiner Sicht noch schlimmer wäre – als Zeichen völliger Gleichgültigkeit dem Wähler-Feedback gegenüber.

    Kommentar von Iris am 13.08.2009 um 23:36
  4. @Iris: Du hast natürlich schon recht, wenn man da kurz mal raufgeht und sich einen Überblick verschaffen will, dann bekommt man nicht unbedingt mit, das hier nicht Vera Lengsfeld bloggt. Und als ich da das erste oder zweite Mal drauf war, habe ich das auch nicht gemerkt. Das ist schade, weil sie damit wie gesagt eine gute Möglichkeit der Kommunikation aus der Hand gibt. Leider habe ich damit gerechnet, das sie nicht selbst bloggt, sondern der Blog nur als Plattform für mediale Aufmerksamkeit dient. Leider habe ich damit gerechnet, das sie nicht selbst bloggt – denn seien wir mal ehrlich: das ist doch bei der Mehrzahl der “Politikerblogs” so. Leider – wie gesagt.

    Es stimmt natürlich auch, das Frau Lengsfeld mehr Zeit hat als Angela Merkel. Wenn sie sich als Kandidatin für einen Bundestagswahlkreis in die Stadt an einen Stand stellen kanm, dann kann sie auch pro Tag ein oder zwei Stunden auf ihrem Blog zubringen. Eine Kombination aus beidem wäre eine gute Möglichkeit, mit unterschiedlichen Wählerschichten in Kontakt zu kommen.

    Kommentar von romanmoeller am 14.08.2009 um 06:59

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