Artikel mit dem Schlagwort ‘Wolfgang Schäuble’
Die Entehrung eines Literaturpreises
Alfred Grosser begründete in der taz, weshalb seiner Ansicht nach, die diesjährige Verleihung des Ludwig-Börne-Preises, den Namensgeber desselben doppelt verhöhne.
Thomas Rothschild quittierte, in der letzten Ausgabe der Freitag, die Preisvergabe u.a. mit folgenden Worten:
Broder repräsentiert den Kulturkampf der Rechten gegen die Aufklärung. Ludwig Börne muss dafür seinen guten Namen geben.
Der Hamburger Publizist Otto Köhler kam in seiner Würdigung des Börne-Preises 2007, dokumentiert in der Jungen Welt unter dem Titel “Kopfloses Huhn”, zu folgendem Fazit:
In diesem Sinne wird auch die Verleihung des Börne-Preises 2007, wie schon die Verleihung des Börne-Preises 2001, zu einer wesentlichen Qualitätssteigerung der inneren Freiheit dieses Landes beitragen.
Von nun an darf jeder den deutschen Juden Ludwig Börne in dessen eigenem Namen abwatschen, wie er will.
(Alle obigen Verweise aufgelesen beim Spiegelfechter)
Den Ausführungen dieser Herren ist meinerseits nicht mehr allzu viel hinzuzufügen – außer: Demagogie ist ja wohl nicht nur in meiner ganz persönlichen Einordnung von Literatur schon längst keine ehrbare Variante der Redekunst mehr, oder? Henryk M. Broder ist allerdings der erste Name, der mir in den Sinn käme, wenn mich einer nach einem zeitgenössischen, deutschsprachigen Autor fragen würde, der sich meiner Ansicht nach dieser dunklen literarischen Abart hingibt. Und so stelle ich mir die Frage: Was um alles in der Welt brachte den Stiftungsvorstand auf die Idee, Helmut Markwort zu erlauben, Henryk M. Broder mit dem Ludwig-Börne-Preis ‘auszuzeichnen’? Gleichgültigkeit gegenüber dem Lebenswerk des Namensgebers oder gar heimliche Börne-Verachtung?
Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass Helmut Kohl der Friedensnobelpreis und Wolfgang Schäuble ein Preis für die Verteidigung von Freiheitsrechten verliehen wird, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass irgendwann in der letzten Zeit BSE die Weltherrschaft übernommen haben muss.
Tags:Demagogie, Freiheitsrechte, Friedensnobelpreis, Helmut Kohl, Henryk M. Broder, Ludwig-Börne-Preis, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 26.06.2007 | 01:36 Uhr | Zeitgeschehen | Kommentieren
Kleine Zwischenbilanz
Schlecht: Es kommt mir vor, als erführe ich in letzter Zeit von so vielen ungeheuerlichen Dingen*, dass ich gar nicht genug Zeit und Energie habe, der ganzen Empörung, der Abscheu und dem Zorn, die sich täglich in mir aufstauen, Luft zu machen.
Gut: Ich kann mich immer noch aufregen, ich entscheide, was meine Aufregung wert ist und kann sie öffentlich zum Ausdruck bringen, wenn ich es für richtig halte.
* Beispiele für m.E. skandalöse Geschehnisse, die in den letzten Tagen im Web thematisiert wurden:
- Der alltägliche Wahnsinn – Spiegelfechter
- Als Jäger getarnte Sammler – Fingerabdrücke von Ausländern – JurBlog.de
- Der artgerechte Staat – süddeutsche.de
- Wenn Satire Wirklichkeit wird – Spiegelfechter
- Nur ein toter Flüchtling ist ein guter Flüchtling – Das Polit-Blog
- Abmahnung: BKA pocht auf Urheberrecht an Verdachtskriterien islamistischen Terrorismus – Kulturblog
- China und das Internet – Spreeblick (Anm.: Momentane Aufregung in der Blogosphäre m.E. nur in Zusammenhang mit dem aktuellen Anlass nachvollziehbar, daher hierzu auch die beiden nachfolgend verlinkten Blogpostings lesen)
- Denn sie wissen nicht, für wen sie werben – Rebellmarkt
- Meine Mutter hat mir beigebracht… – Stackenblochen
Tags:Diskussion, Islam, Islamismus, Politik, Terrorismus, Überwachung, Werbung, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 15.06.2007 | 23:52 Uhr | Zeitgeschehen | Kommentieren
Islamkonferenz: Trau schau wem
Nachdem ich mir die Medienberichte über die Themen und Ergebnisse(?) der letzten Islamkonferenz durchgelesen hatte, verstärkte sich mein seit geraumer Zeit gehegter Verdacht, dass es sich bei dabei auch bloß um ‘ne Finte unserer derzeitigen Bundesregierung handelt. Ich kann mir nicht helfen, aber beim Stichwort Islamkonferenz drängt sich mir mittlerweile unweigerlich das trojanische Pferd vor mein inneres Auge. Und zwar nicht nur aufgrund von Herrn Schäubles bekannter Vorliebe für derartige Werkzeuge…
Den organisierten und nichtorganisierten muslimischen Vertretern, die sich da in Scheindebatten verstricken und z.T. wohl auch gegeneinander ausspielen lassen (so zumindest mein Eindruck), möchte ich am liebsten zurufen: “Eure Gastgeber wollen Euch vorführen! Sie behaupten zwar, gleichberechtigte Anerkennung des Islam und Integrationshilfe für Muslime in Deutschland wären die Ziele dieser Veranstaltung, doch ich glaube, in Wahrheit dient sie ihnen nur dazu, den nichtmuslimischen Deutschen weiszumachen, dass der Islam und das Grundgesetz unvereinbar wären. Helft Ihnen dabei nicht!”
Nebenbei bemerkt: Nach dem Muster wie Herr Schäuble die Themen dieser Debatten vorgibt und steuert, könnte man übrigens m.E. ebensogut ‘Beweise’ für die Inkompatibilität von Bibel und Grundgesetz herbeireden. Und daraus ließe sich dann folgern, dass Christen eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen.
Tags:Grundgesetz, Integration, Islam, Islamkonferenz, Muslime, Politik, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 17.05.2007 | 07:17 Uhr | Zeitgeschehen | Kommentieren
Me too
Der Sven hat mir mal wieder die Mühe abgenommen, ein umfassendes Blogposting über die Gedanken zu verfassen, die auch mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf gehen, während ich das politische Tagesgeschehen verfolge.
Ich halte die derzeitige Regierungsmannschaft inzwischen für die größte Gefahr für unseren Rechtsstaat. Zu viele Mitglieder dieser Bande haben imo nicht genügend Respekt vor unserem Grundgesetz, und deshalb habe ich auch keinen für sie. In meinen Augen sieht es zwar derzeit ziemlich finster aus für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland, aber es gibt auch noch Lichtblicke: Zum Glück stehen Sven und ich mit unseren Meinungen über die Lage der Nation nicht alleine da. Das Recht ist auf unserer Seite. Zumindest meinen das viele, die sich damit auskennen.
Und wenn Herr Schäuble mich jetzt für verdächtig hält …tze, mir doch egal. Ich stehe jedenfalls hinter unserem Grundgesetz – aus Überzeugung. Und davon lasse ich mich auch durch seine Einschüchterungsversuche nicht abbringen.
Tags:Grundgesetz, Politik, Rechtsstaat, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 14.05.2007 | 16:58 Uhr | Zeitgeschehen | Kommentieren
Unser Rechtsstaat wird angegriffen
Und zwar von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Dass er sich mittlerweile nicht mal mehr scheut, die Unschuldsvermutung offen in Frage zu stellen, zeigt m.E. überdeutlich, wie wenig ausgerechnet er geeignet ist, unsere rechtsstaatliche Ordnung zu schützen. Mehr noch, es ist jetzt für jeden echten Demokraten in diesem Land wohl kaum noch zu übersehen, dass man mit Wolfgang Schäuble als Bundesinnenminister den sprichwörtlichen Bock zum Gärtner gemacht hat.
Dass der Mann gefährlich ist, hab ich ja schon lange geahnt, aber dass er so weit gehen würde, konnte ich mir damals noch nicht vorstellen. Oder besser gesagt, dass man ihn so weit gehen lassen würde, hätte ich noch bis vor kurzem nicht für möglich gehalten. Wenn ich mir ausmale, was aus diesem Staat wird, wenn Wolfgang Schäuble noch länger im Amt bleibt, wird mir schlecht.
- via lawblog
Tags:Rechtsstaat, Unschuldsvermutung, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 18.04.2007 | 15:30 Uhr | Zeitgeschehen | 1 Kommentar