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Artikel mit dem Schlagwort ‘Weserbergland’

Hochsommertage an der Weser

Am Mittwoch letzter Woche starteten mein Lieblingsbegleiter und ich zu unserer bisher längsten Radtour dieses Jahres. Wir fuhren auf dem Weserradweg binnen drei Tagen von Höxter in Westfalen bis nach Hannoversch Münden im südlichen Niedersachsen und zurück. Den Hinweg legten wir an den bisher heißesten Tagen des Sommers zurück. Entsprechend schweißtreibend war unsere Reise. Aber schön war’s trotzdem. Und weil wir es nicht eilig hatten, ließen wir es bei der hochsommerlichen Hitze ganz gemütlich angehen.

Weserschiff mit Schafherde im Vordergrund

Allzu oft hab ich dieses Mal aber nicht zum Fotografieren angehalten, denn weder mein Lieblingsbegleiter noch ich hatten große Lust, uns dafür längere Zeit ohne Fahrtwind der prallen Sonne auszusetzen. Doch an dieser gemischten Schaf- und Ziegenherde konnte ich nicht vorbeifahren, ohne den Versuch, zumindest einige Tiere mit der Kamera einzufangen. Ich find das immer wieder einfach zu drollig, diese Viecher zu beobachten. Dass währenddessen noch das Weserschiff aus Höxter vorbeifuhr, war ein glücklicher Zufall.

Zwei schmusende Ziegen

Von den meckernden und blökenden Herdentieren konnte ich mich allerdings nur schwer trennen und hab reichlich Fotos von ihnen gemacht – so viele, bis mein Lieblingsbegleiter ungeduldig quengelte, er hätte nun lange genug in der Sonne gebraten ;o). Zeigen will ich hier aber nur das Bild, was mir von allen am besten gefällt.

Nachdem wir die erste Nacht in unserem mitgeführten Zelt, auf einem Camping-Platz in Gieselwerder direkt an der Weser verbracht hatten, legten wir die letzten 25 km der Hinreise zurück. Zwischendurch frühstückten wir gemütlich vor einer kleinen Bäckerei in Reinhardshagen. Kurz nach Mittag des zweiten Tages trafen wir dann in unserem Zielort, der Fachwerkstadt Hannoversch Münden ein – bei 38 Grad im Schatten.

Fachwerkhäuser an der Fulda

Obwohl das idyllisch gelegene Dreiflüssestädtchen, in dem sich Fulda und Werra zur Weser vereinen, wirklich malerisch schön ist, flüchteten wir nach unserer Ankunft erst mal sofort in ein Hotelzimmer. Dort stellten wir uns eine Weile unter eine kühle Dusche, ruhten uns ein paar Stunden aus und verließen unser Domizil erst wieder gegen Abend, zu einem entspannten Bummel durch die Stadt und einem leckeren Abendessen unter freiem Himmel.

Fotocollage mit Motiven aus Hann. Münden

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf die Heimreise. Da es in der Nacht zuvor gewittert hatte, waren die Temperaturen inzwischen auf radlerfreundliche 22 Grad abgesunken. Dennoch legten wir die erste Hälfte der Strecke (bis Bad Karlshafen) dieses Mal mit dem Zug zurück, denn wir wollten nicht noch eine weitere Nacht im Zelt verbringen. Außerdem waren für den Freitag länger andauernde Regenfälle vorhergesagt. In deren Genuss kamen wir dann auch, während der letzten Etappe unserer Tour, die wir wieder radelten. Bis auf die Haut durchnässt kamen wir in Höxter an. Doch im Sinne positiven Denkens versuchte ich der Lage das Beste abzugewinnen und freute mich darauf, dass ich wenigstens unseren Garten an dem Tag nicht noch würde gießen müssen. Zu früh gefreut: In der ganzen Gegend hatte es ergiebige Regenfälle gegeben, nur bei uns in Blomberg reichte es nicht einmal, um den obersten Zentimeter Erde zu durchfeuchten…

Ein Sommertag an der Weser

Weser Flussbiegung

Noch ist Sommer – zumindest zwischen Bodenwerder und Bad Karlshafen an der Weser. Davon haben mein Partner und ich uns am letzten Wochenende, live vor Ort, vergewissert.
An sonnigen, freien Tagen sind wir mit unseren Drahteseln besonders häufig auf dem Weserradweg zwischen Bodenwerder und Hann. Münden unterwegs. Wie man anhand meiner Aufnahmen vom letzten Wochende hoffentlich erahnen kann, ist es landschaftlich paradiesisch schön da. Man bewegt sich dort den ganzen Tag lang durch eine Postkartenidylle, kann durch historische Städtchen bummeln oder ‘ne Picknickdecke am Weserufer ausbreiten, mitgebrachten Kaffee und Kuchen genießen und dabei dem Zug der Schäfchenwolken zuschauen. Kurz gesagt: Diese herrliche Flusslandschaft ist bestens geeignet, um kurzfristig einfach mal die Seele baumeln zu lassen und Körper und Geist vom Alltagsstress zu befreien.

Wildblumen an der Weser

Und genau in solchen Momenten erhält der Begriff ‘Heimatliebe’ für mich eine Bedeutung, die mit allen Sinnen erfahrbar ist. Dieses Gefühl inniger Verbundenheit mit der Gegend, in der ich geboren bin und bis dato den größten Teil meines Lebens verbracht habe, ist allerdings als Sinngehalt des Wortes ‘Heimatliebe’ noch relativ neu für mich. In meinen Teenager-Jahren und als junge Frau war dieser Begriff für mich noch nicht so positiv belegt. Zu der Zeit hab’ ich damit eher Trachtenkleidung, Volksmusik und Deutschtümelei assoziiert. Doch zum Glück sind menschliche Sichtweisen ja entwicklungsfähig…