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Artikel mit dem Schlagwort ‘Muslime’

Empfehlung: Jürgen Todenhöfers Brief

Frank erzählt auf Citronengras von einem menschenrechtsgläubigen Zeitzeugen, der den selbstgerechten Schmierenkomödianten auf einer der westlichen Propagandabühnen einen Spiegel vorgehalten hat. Die peinlich-überheblichen Weltverbessererdarsteller wird’s wohl kaum kratzen, aber vielleicht regt’s ja ein paar andere aus dem Publikum zum Nachdenken an.

Übrigens, was ich hier immer schon mal schreiben wollte: Der Schlussfolgerung, die Jürgen Todenhöfer auf der Website zu seinem Buch ‘Warum tötest du, Zaid?’ spricht, kann ich nur vollumfänglich zustimmen.

Apropos Islamisierung

In jeder Gesellschaft stehen den Menschen viele Identitäten zur Wahl. Klasse, Kultur, Nationalität, Region, Rasse, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Generationszugehörigkeit können dabei wichtiger sein als Religion. Nur weil sich viele Deutsche als Christen beschreiben, heißt das nicht, dass ihre religiöse Identität alle anderen Identitäten übertrumpfte. Das Gleiche gilt für Muslime. – Quelle: welt.de (Hervorhebung von mir)

Diese Sichtweise erscheint mir so selbstverständlich, dass ich oft wirklich nicht verstehe, wie jemand, der sich selbst als aufgeklärter Humanist versteht, diese schlichten Grundlagen nicht als offensichtliche Wahrheit erkennen kann.
Nichtsdestotrotz war ich überrascht, dass man sowas auch in der WELT finden kann. Ich hab’s aber nicht selbst da entdeckt, da ich keine regelmäßige Leserin der Springer-Presse bin (das muss ich mir nun wirklich nicht täglich antun ;o), sondern wurde bei kandil.de auf den Artikel aufmerksam.

Muslime sind Menschen. Kollegen, Mitschüler, Nachbarn, Freunde…
Und ganz egal, was die islamistischen/islamophoben* Scharfmacher und ihr Mob sagen, in meinen Augen macht keiner meine muslimischen Mitmenschen zu Feinden. Mir macht Ihr keine Angst. Never ever!

btw: Diejenigen, die sich selbst in Blog-Diskussionen Islamkritiker nennen, sind in meinen Augen mehrheitlich nichts anderes als Rassisten. Ich kann sie gar nicht anders wahrnehmen, denn manche Parallelen sind einfach zu offensichtlich, als dass ein Kind dieses Landes aus meiner Generation sie übersehen könnte – es sei denn, es hätte den Geschichtsunterricht in der Schulzeit komplett verpennt.

*) imo zwei Seiten derselben Medaille: Fanatiker, Legionäre der Dummheit – die einen wie die anderen.

Die Stimme der Vernunft

In der letzten Ausgabe der FAS wurde ein Gespräch zwischen Wolfgang Schäuble und dem Schriftsteller Ralph Giordano veröffentlicht, in dem der Bundesinnenminister ungewohnte Töne zum Thema Integration von Muslimen in Deutschland anschlägt. In seinen Erwiderungen auf Giordanos islamophobe Behauptungen spricht er manches aus, was auch ich für wahr und richtig halte – z.B. Folgendes:

Die Ursachen für die Zuwanderung sind andere: Die Anwerbung von Gastarbeitern aus dem ländlichen Raum der Türkei war eine ausgesprochen egoistische, auf ökonomischen Notwendigkeiten basierende Entscheidung der Bundesrepublik.
(…)
Natürlich darf man die Probleme nicht verschweigen. Aber wenn wir zu viel Furcht schüren, ist das nicht richtig. Wir müssen den Muslimen signalisieren: Wenn ihr euch hier integriert, seid ihr willkommen!
(…)
Und ich sage noch einmal: Die Menschen sind da, wir leben mit ihnen zusammen. Es ist nicht wahr, dass die Frauen in der Türkei alle nur unterdrückt sind. Wir müssen auch die positiven Dinge sehen, dann brauchen wir nicht zu verzweifeln.
(…)
Muslime, die in Deutschland leben, haben das Recht, ihre Religion auszuüben, und damit auch auf eine Moschee.
(…)
Der Islam ist längst ein Teil unseres Landes. Das ist doch unbestreitbar. Und unser Land verändert sich dadurch. Gesellschaften müssen auf Veränderungen flexibel reagieren, um sie erfolgreich zu meistern. Wir sollten jedenfalls klar unterscheiden zwischen den Integrationsproblemen, die wir haben, und den Bedrohungen durch den islamistischen Terrorismus.

Nachdem in mir allerdings noch ganz andere Aussagen Wolfgang Schäubles nachklingen, habe ich mich gefragt, was ich von seiner aktuellen Positionierung halten soll. Und ich muss zugeben: Ich misstraue dieser Stimme der Vernunft noch. Aber in mir keimt dennoch eine leise Hoffnung – nämlich die, dass zumindest dieser Satz nicht geheuchelt war:

Die Deutsche Islamkonferenz hat dazu geführt, dass wir die Vielfalt islamischen Lebens in Deutschland sehen – da habe ich selbst viel dazugelernt.

Nennt mich naiv; ich will dennoch glauben, dass auch Politiker lernfähige Menschen sind.

Übrigens hat Arno Widmann von der FR, in seiner Auswertung dieses Gespräches, auch vieles geschrieben, dem ich mich anschließe – speziell das:

Giordano redet gefährlichen Unsinn.

Aber damit ist der Herr Giordano ja nicht allein. Für solchen “gefährlichen Unsinn” werden in Deutschland mittlerweile andere auch bejubelt und ausgezeichnet. Man kann sagen: Dieser Unsinn ist hierzulande wieder salonfähig geworden.

Islamkonferenz: Trau schau wem

Nachdem ich mir die Medienberichte über die Themen und Ergebnisse(?) der letzten Islamkonferenz durchgelesen hatte, verstärkte sich mein seit geraumer Zeit gehegter Verdacht, dass es sich bei dabei auch bloß um ‘ne Finte unserer derzeitigen Bundesregierung handelt. Ich kann mir nicht helfen, aber beim Stichwort Islamkonferenz drängt sich mir mittlerweile unweigerlich das trojanische Pferd vor mein inneres Auge. Und zwar nicht nur aufgrund von Herrn Schäubles bekannter Vorliebe für derartige Werkzeuge

Den organisierten und nichtorganisierten muslimischen Vertretern, die sich da in Scheindebatten verstricken und z.T. wohl auch gegeneinander ausspielen lassen (so zumindest mein Eindruck), möchte ich am liebsten zurufen: “Eure Gastgeber wollen Euch vorführen! Sie behaupten zwar, gleichberechtigte Anerkennung des Islam und Integrationshilfe für Muslime in Deutschland wären die Ziele dieser Veranstaltung, doch ich glaube, in Wahrheit dient sie ihnen nur dazu, den nichtmuslimischen Deutschen weiszumachen, dass der Islam und das Grundgesetz unvereinbar wären. Helft Ihnen dabei nicht!”

Nebenbei bemerkt: Nach dem Muster wie Herr Schäuble die Themen dieser Debatten vorgibt und steuert, könnte man übrigens m.E. ebensogut ‘Beweise’ für die Inkompatibilität von Bibel und Grundgesetz herbeireden. Und daraus ließe sich dann folgern, dass Christen eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen.

Zum erwarteten Echo der üblichen Empörlinge

Am Donnerstag hatte ich hier ja bereits eine kleine Linksammlung zum Frankfurter Justizskandal gepostet. Und gestern und vorgestern hab ich mit Alexander Endl vom Zielpublikum Weblog auch schon kurz über sein Blogposting zum Thema diskutiert.

Vorhin hab ich dann bei Telepolis noch einen Artikel von Peter Nowak gefunden, dessen Beurteilung der publizierten Fakten und prominenten Meinungsäußerungen zur Sache sich so ziemlich mit meiner eigenen Sichtweise der bisherigen Ausschlachtung Entwicklung deckt:

In die Aufregung um das Gerichtsurteil der Frankfurter Familienrichterin mischt sich Heuchelei und Profilierung beim gewünschten Kulturkampf – Quelle: Telepolis

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