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Gedanken zum Tod von Michael Jackson
Vorab: Ich bin nicht traurig darüber, dass Michael Jackson tot ist – sterben müssen wir schließlich alle – aber ich bin traurig, dass man ihm vorher kein Leben gönnte.
Aus meiner Sicht hat man einem Menschen mit einem Riesentalent das, was er am meisten liebte – die Musik – Zeit seines Lebens zum Martyrium gemacht.
Ich weiß nicht wirklich, wie es den Kindern in Michaels privatem Umfeld ergangen ist. Doch ich habe nie geglaubt, was man ihm vorwarf und glaube es zumindest so lange nicht, bis ich die Ansicht der Kinder selbst darüber gehört habe. Denn ich habe mehr Grund, denen zu misstrauen, die ihn skrupellos vorverurteilten und in der Medienarena zerrissen, als ihren sensationsgeilen Spekulationen Glauben zu schenken.
Auch ich würde mich nicht als Michael-Jackson-Fan bezeichnen, denn mir ist jeglicher Fanatismus suspekt. Doch ich kann sein Talent neidlos anerkennen – mich sogar daran erfreuen, wie an vielen anderen Wundern, die das Leben hervorbringt – und ich habe Mitgefühl mit unglücklichen Menschen. Und dass Michael Jackson unglücklich war, schloss ich nicht aus den Berichten der Promi-Journaille, sondern aus seinem Blick, seinen Gesten und nicht zuletzt seiner Lebensweise – lebenslänglich eingesperrt in einem goldenen Palast. Jeder ‘kannte’ und viele ‘liebten’ ihn; und doch war er in seinem irdischen Dasein so einsam, wie ein Mensch nur sein kann – eine lebende Legende. Sein Leidensweg ist nun zu Ende, doch die Legende lebt. R.I.P. Michael.
Angeregt durch einen Nachruf von Sven K. – der einzige Nachruf auf Michael Jackson, der mich wirklich berührt hat. – via wirres.net
Tags:Journaille, Medien, Michael Jackson, Musik, Tod
Iris Bleyer | 08.07.2009 | 11:18 Uhr | Zeitgeschehen | 3 Kommentare