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Artikel mit dem Schlagwort ‘Islam’

Unsere Regierung zeigt Integrationswillen

Aha, einen Integrationsgipfel will die Regierung also demnächst veranstalten. Hmm, die Themenliste klingt gar nicht so schlecht. Zumindest kommen da zur Abwechslung auch mal ein paar Angebote zur Integrationshilfe vor und nicht nur Strafandrohungen bei nicht ausreichend erfolgreicher Selbstintegration. Aber eine Frage hätte ich dazu gleich mal: Wären in so einem Integrationskurs für Erwachsene evtl. auch ein paar Plätze für CDU/CSU-Spitzenpolitiker frei? Ich habe da nämlich bei einigen erhebliche Integrationsdefizite festgestellt. Manche können sich z.B. nicht damit abfinden, dass unser Grundgesetz das Abschießen von Passagierflugzeugen und den Militäreinsatz gegen die eigene Bevölkerung nicht gestattet. Sie können offenbar einfach nicht begreifen, dass wir hier kein Kriegsrecht brauchen (u.a. weil hier kein Krieg ist und wir auch keinen wollen).

Ich begrüße auch den geplanten Islam-Gipfel, bei dem sich Frau Merkel und Herr Schäuble mit Vertretern muslimischer Verbände treffen wollen. Konfrontation mit den phobischen Stimuli nennt man sowas wohl in der Verhaltenstherapie, gelle? Da muss ich sogar dem Herrn Schäuble mal Respekt zollen. Find ich echt mutig, dass er sich auf diese Weise endlich seinen irrationalen Ängsten stellen will. Weiter so! Ich drück ihm beide Daumen, dass es ihm hilft, seine Horrorvisionen zu überwinden.

Grundsätzlich befürworte ich also diese anstehenden Gipfeltreffen. Find ich lobenswert, dass nun endlich auch einige führende Politiker der Unionsparteien Integrationswillen zeigen und sozial verantwortliche, grundgesetzestreue Mitglieder unserer demokratischen Gesellschaft werden wollen. Hoffen wir mal, dass sie das schaffen, denn sonst hätten wir ein ernstes Problem. Dann müssten wir uns nämlich überlegen, wo wir die Damen und Herren Politiker künftig so sicher verwahren können, dass sie keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellen. Abschieben ginge ja schlecht. Aber denken wir vorerst positiv. Wenn sich da jetzt wirklich was bewegt in diesen Selbsthilfegruppen Gipfeln, wär’ das ja schon mal ein bedeutender erster Schritt zur Verbesserung der Inneren Sicherheit für ALLE, gelle?

Journalismus, Pressefreiheit & Anti-Terror-Kampf

Vor einiger Zeit schrieb ich in einem Kommentar bei Blogs!:

Ein Journalist, der stolz auf seinen Berufsstand sein will, sollte imo zuallererst im eigenen Nest nach den Kuckuckseiern suchen (oder auch nach faulen) und sie selbst dahin befördern, wo sie hingehören – in die Gosse.

Ich will nicht unfair sein. Darum soll an dieser Stelle auch mal erwähnt werden, dass es durchaus auch in großen Redaktionen noch Journalisten gibt, die sowas tun. Heute entdeckte ich z.B. im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einen Artikel von Peter Michalzik, über einen Theaterskandal (von dem man annehmen könnte, er hätte sich in Schilda zugetragen, nee war aber in Frankfurt), einen mimosenhaften Kritiker und eine Oberbürgermeisterin, die scheinbar ein sehr seltsames Verständnis von Pressefreiheit haben:

Welcher pseudojuristische Schaum hier eigentlich von Zeitung, Kritiker und Oberbürgermeisterin für die Pressefreiheit geschlagen wird, ist die interessanteste Frage. Angriff auf die Pressefreiheit! Das riecht nach der Fortsetzung des Karikaturenstreits. Im Namen der Freiheit geht man gegen die Behinderung des Journalisten durch das Theater vor, das sich offenbar gebärdet wie die wildgewordenen Islamisten von der Straße. So mag sich das anfühlen. In Wirklichkeit aber liegt die Parallele zum Karikaturenstreit woanders. Zielgerichtet wird hier eine dumpfe, überflüssige und wohlfeile Erregung geschürt und öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet.

Meinen Respekt Herr Michalzik! Scharf beobachtet, sauber recherchiert und würzig serviert, so liest sich für mich guter Journalismus. Nebenbei bemerkt, mir ist aufgefallen, dass man Artikel von solcher Qualität im Feuilleton der Frankfurter Rundschau überdurchschnittlich häufig findet, weswegen ich die regelmäßige Lektüre desselben gerne weiterempfehle.
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Nachtrag 17.03.2006: Links auf FR-Artikel kann ich allerdings nicht empfehlen, da viele Artikel nach 14 Tagen nicht mehr erreichbar sind. So macht auch das Kommentieren von FR-Artikeln im Blog wenig Sinn :o(.
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Doch nicht alle Arbeiten fähiger Journalisten finden Platz in der Frankfurter Rundschau, den einen oder anderen hervorragenden Artikel findet man mitunter sogar in der FAZ. Nils Minkmar z.B. ist mir da schon zum wiederholten Male positiv aufgefallen (nicht nur mir). Den Namen werde ich mir merken. Er gehört zweifelsohne zu der Klasse Profischreiber, die mich veranlassen, immer noch den einen oder anderen neugierigen Blick in die FAZ zu werfen ;o). In der letzten Ausgabe der FAS erschien z.B. sein Artikel: Der Westen und der Islam – Raus aus der Defensive!, in dem er seine Überlegungen über eine wirkungsvolle europäische Offensive gegen islamistischen Terror beschreibt. Seine Argumentation klingt für mich so gut durchdacht und überzeugend, dass ich mir wünschte, führende europäische Politiker würden sie zur Grundlage ihrer Anti-Terror-Maßnahmen machen – und zwar spätestens bis gestern:

Deutsche, Europäer muslimischen Glaubens können am besten deutlich machen, wo die Kampflinie verläuft: keineswegs zwischen Christen und Moslems, Arabern und Weißen, Türken und Juden, sondern zwischen Mördern und Demokraten. Diese Linie müssen wir auf allen Politikfeldern im Blick behalten. Es kann nicht sein, daß mit den mächtigen Despoten in Teheran, Kairo und Damaskus geschäftliche, politische und sogar nachrichtendienstliche Verbindungen gepflegt werden, während einbürgerungswillige Habenichtse erst mal und grundsätzlich verdächtigt werden. Quelle: FAZ.NET

Mich würde übrigens wirklich mal interessieren, was unser Innenminister Schäuble davon hält. Würde er mich fragen, würde ich ihm sagen, dass das für mich Tausendmal vernünftiger und demokratischer klingt als seine Horrorliste. Mit einer Anti-Terror-Offensive à la Minkmar wär’ ich voll und ganz einverstanden, mit der von Herrn Schäuble ganz und gar nicht, denn die richtet sich m.E. mehr gegen unser Grundgesetz als gegen den Terrorismus.

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