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Artikel mit dem Schlagwort ‘Entführung’

Journalismus, Werbung und Lernfähigkeit

Wenn man die Meldungen der letzten Tage in den Medien und in der Blogosphäre verfolgt, verfestigt sich der Eindruck, dass es einigen Meinungsmachern offenbar besonders schwer fällt, auf ihrem Weg durch den Kommunikationsdschungel den Überblick zu behalten und wenigstens ab und zu auch mal was dazu zu lernen.

Nur so kann ich es mir erklären, dass es z.B. immer noch zahlreiche “Journalisten” gibt, die es sich einfach nicht verkneifen können, fröhlich weiter Räuberpistolen über die Entführung von Frau Osthoff zu erzählen und Gerüchte zu verbreiten, die jedem kritischen, vernunftbegabten Menschen eigentlich sofort absurd, zumindest aber merkwürdig vorkommen müssten.

Oder dass ein gewisser Stimmungsmacher immer noch nicht begriffen hat, dass die Blogger in ihrem Umgang mit seiner Klowand-Klage demonstriert haben, dass sie die Art von Kommunikation inzwischen mehrheitlich besser beherrschen als er, der sie “professionell” vermarkten will. Also noch mal zum Mitschreiben, Herr Jean-Remy von Matt: Wenn Ihre “größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten” (sic!) beim Zielpublikum nicht so ankommt, wie Sie das beabsichtigt haben, dann liegt der Fehler nicht beim Zielpublikum.

Nun, das Klowand-Ranking bei Technorati sollte Ihnen doch zumindest eins gezeigt haben: Unsere Kampagne hat immerhin für einige Tage nicht nur Deutschland sondern die Welt erreicht. Hier mal ein kostenloser Tipp von mir (Danke sagen nicht vergessen): Wenn Sie mit Ihren Botschaften auch mal so eine Reichweite erzielen wollen, dann schauen Sie sich doch einfach mal ganz genau an, wie die “Klowände des Internets” das gemacht haben ;o).

Geschichtenerzähler

Gern gelesen habe ich diesen erfrischend ehrlichen Artikel, über das Medienspektakel um Susanne Osthoff und seine gesellschaftlichen Ursachen: Jeder ist eine Geisel, geschrieben von Harald Martenstein für den Tagesspiegel. Aufgelesen in einem Kommentar bei sagichdoch?

Das kommt davon

Es gibt immer wieder Menschen, die treffen genau zur richtigen Zeit die richtigen Worte.
Mit ihrer “Post” für Susanne Osthoff traf in meinen Augen Elke Heidenreich voll ins Schwarze. In diesem Briefchen steckt ja sooo viel drin, wenn man es nur gründlich auseinanderfaltet…

Verständnis für Susanne Osthoff

Die Haltung dieser “eigensinnigen” Frau wäre vielleicht gar nicht so schwer zu verstehen Herr Klose, Herr Gerhardt, Herr Polenz oder Herr Steinmeier, wenn Sie differenzieren könnten. Denn auch wenn es für Sie vielleicht schwer vorstellbar ist, ich bin davon überzeugt, auch im Irak leben liebenswerte Menschen und nicht nur Terroristen. Und Susanne Osthoff wird es wissen, denn immerhin lebt sie ja bereits seit einigen Jahren da.

Ich hätte da aber mal einen Rat für Sie meine Herren: Sie sollten sich davor hüten, diese Menschen und ihre Kultur nur aufgrund von Schwarzweiß-Propaganda aus der sogenannten “zivilisierten Welt” beurteilen zu wollen. Befragen Sie lieber mal ihre Herzensbildung. Vielleicht fällt es Ihnen dann leichter, etwas Verständnis für Frau Osthoff und ihre humanitären Bemühungen aufzubringen. Und wenn nicht, behalten Sie das besser für sich. Andernfalls könnte man nämlich auf die Idee kommen, dass es Ihnen an der nötigen Herzensbildung fehlt.
Finden Sie es anmaßend, dass ich Ihnen hier ungefragt einen Rat aufdränge? Nun, ich finde das zumindest nicht anmaßender als Ihre Versuche, über Susanne Osthoffs weitere Lebensplanung zu bestimmen. Oder hat sie Sie vielleicht um Ihren Rat gebeten?