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Weblog

Sex sells

So lautet bekanntlich ein altes Verkaufsprinzip. Und was schon der B*LD auf Platz 1 der meistverkauften deutschen Druckerzeugnisse geholfen hat, verhilft ja vielleicht auch der CDU zum Wahlerfolg. Anders kann man die Botschaft dieser Wahlplakate beim besten Willen ja wohl kaum deuten.

Was ich davon halte? Ich bin zwar sehr für mehr Weiblichkeit in der Politik, doch ich will da keine Frauen sehen, die auf derart selbstentwürdigende Weise ihr Fleisch zu Markte tragen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich von den derzeitigen politischen ‘Eliten’ dieses Landes eh schon längst nicht mehr vertreten fühle – und zwar sowohl partei- als auch geschlechterübergreifend.

Aber ehrlich ist sie ja, die Frau Lengsfeld, das muss man ihr lassen. Sie lässt ihre Wähler zumindest nicht darüber im Unklaren, was von ihr und ihresgleichen zu erwarten ist. Aber ob das auch nur ansatzweise reicht, um die Staatskonten aus den tiefroten Zahlen zu bringen? Ich wage es zu bezweifeln – zumal Frischfleisch auf diesem Markt der nackten Tatsachen deutlich mehr einbringt. – via sagichdoch?

Nachtrag (14:10 Uhr):
Ihr Plakat konnte mich persönlich zwar nicht davon überzeugen, dass Vera Lengsfeld Humor hat (btw Humor, den ich schätze, ist geistreich; doch Esprit hab’ ich auf dem Pin-Up Wahlplakat nicht gefunden), aber amüsant finde ich sie ja schon irgendwie – z.B. wenn sie so was schreibt:

Unser Plakat war ein voller Erfolg. Die Zahlen sprechen für sich. Bei der Anzahl der Besucher relativiert sich die Anzahl der gehässigen Kommentare. Sie bewegen sich im untersten Promille- Bereich.

Um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu stützen, hat Frau Lengsfeld nämlich zwischenzeitlich die Kommentare ausgeschaltet und nicht etwa nur ein Stoppschild hingepappt. Ist das nicht pfiffig für eine CDU-Kandidatin ;o)?

Nachtrag II (15:25 Uhr):
Halina Wawzyniak von der Partei DIE LINKE setzt ihren Arsch dagegen. Der m.E. passendste Kommentar dazu:

Genau. Laßt die Leute zwischen Titten und Arsch entscheiden!
Scheiß Gehirn …

Das Freilichtmuseum in Detmold

Durchgang Westhellweg Hof

Letztes Wochenende besichtigten mein Lieblingsbegleiter und ich nach langer Zeit mal wieder das größte Freilichtmuseum Deutschlands in Detmold. Auf dem mehr als 90 Hektar großen Gelände, mit über 100 wiedererichteten historischen Gebäuden, wird man in das westfälische Landleben vergangener Jahrhunderte zurückversetzt.

Fachwerkhaus mit Reetdach

Wohn- und Nutzgebäude vielfältigster Art sind dort per pedes zu erkunden, wie z.B. Bauern- und Bürgerhäuser, Mühlen, Werkstätten, ein Armenhaus, Backhäuser, Viehställe, Speicher…

Töpferhaus

Auch an ein Schulhaus hat man gedacht.
Schulhaus von innen mit Schulbänken und Rechenschieber
Und die Plumpsklos, direkt neben den Misthaufen, wurden auch nicht vergessen ;o).

Hölzernes Plumpsklo neben einem Misthaufen

Natürlich können die voll eingerichteten Museumsgebäude nicht nur von außen sondern auch von innen besichtigt werden – viele Wohnräume allerdings verständlicherweise nur durch Plexiglasscheiben, um das Mobiliar zu schonen.

Kinderzimmer in einem bürgerlichen Haushalt

Doch manches darf man auch mal hautnah ausprobieren. Und wie man hier sehen kann, konnte mein Lieblingsbegleiter diesem Angebot nicht gänzlich widerstehen – im Gegensatz zu mir (Wer weiß, wer da schon alles drin gelegen hat… ;o).

Mein Libelingsbegleiter in einem alten Kastenbett

Obwohl die Gebäude heute freilich sauber gehalten werden, verströmt das alte Fachwerk noch immer einen recht kernigen Geruch aus altbäuerlichen Zeiten. Und dieser Sinneseindruck ließ mich erahnen, dass ich mich dort nicht wirklich wohl fühlen würde, hätte man die Zeit tatsächlich zurückgedreht: Verqualmte Deelen vom offenen Feuer,  geräucherte Würste an der Decke, Großfamilien auf engem Raum, der Geruch der Nutztiere, die mit ihnen unter einem Dach hausten, die Dämpfe der Schlachtungen und Einmachkessel… Nee nee, die gute alte Zeit hat so romantisch, wie mancher sich das vielleicht heute zusammenphantasieren mag, auf dem Lande nie existiert. Nach den Eindrücken, die ich dort sammeln konnte, muss es jedenfalls ein körperlich ungeheuer hartes und zum Himmel stinkendes Landleben gewesen sein damals.

Deele eines Bauernhauses mit Feuerholzkorb und Butterfässern

Zwar haben die ehemaligen Bewohner der Häuser natürlich längst das Zeitliche gesegnet, dennoch gibt es rund um ihre einstigen Wirkungsstätten, auch außerhalb der Vorführungstermine, heute noch eine Menge Leben. Und damit meine ich nicht die ~250.000 Besucher, die das Museum lt. Wikipedia jährlich durchstreifen – die verlaufen sich wohl während des Jahres auf dem großen Gelände, sodass selbst ich, die auf Menschen in Massen leicht allergisch reagiert, sich davon nicht sehr gestört fühlt – nein, ich habe dabei eher die alten Nutztierrassen im Sinn, die auf dem Museumsgelände gehalten und gezüchtet werden…

Fotocollage mit Hahn, Huhn, Pferd, Schaf und einem sich im Schlamm suhlenden Schwein

…sowie die traditionellen Bauerngärten, mit alten Kultur- und Zierpflanzenarten, die auf überlieferte Weise bei den Höfen angelegt wurden.

Bauerngarten, mit traditionellen Buchshecken eingefasste Gemüse-, Kräuter- und Staudenbeete

Nachtrag: Ein paar Gartenfotos mehr gibt’s in meinem Lebensglück Garten.

Nachtrag Menschenwürde

Heute hab’ ich im lawblog einen sehr lesenswerten Artikel gefunden, der m.E. eine gute Ergänzung mit Gegenwartsbezug zu unserer hier kürzlich geführten Diskussion zum Thema Menschenwürde ist.

In seinem aktuellen Blogposting legt Rechtsanwalt Udo Vetter ausführlich dar, wie die Familienministerin Ursula von der Leyen derzeit, mittels populistischer Argumentation, das Grundrecht auf Menschenwürde benutzt, um die Meinungs- und Redefreiheit im Internet einzuschränken:

Frau von der Leyen münzt das Abwehrrecht gegen den Staat in einen Handlungsauftrag des Staates um. Plötzlich ist die Menschenwürde ein Grund für staatliches Eingreifen – der Staat schützt die Menschenwürde seiner Bürger, indem er Dritten den Mund zuhält oder durch Stoppschilder dafür sorgt, dass sie im Internet nicht mehr gelesen, gesehen und gehört werden können.

Mein Garten braucht mehr Platz

…und deshalb ist er, samt aller Gartenpflanzen und -tiere, aus diesem Sammelsurien-Blog in ein eigenes Themen-Blog umgezogen. Es heißt Lebensglück Garten, und dort werden von jetzt an alle meine Blog-Einträge rund ums Thema Garten zu finden sein.

Das neue Blog läuft mit Wordpress. Und da das mein erstes Wordpress-Blog ist, hat die Einrichtung desselben einiges an Zeit in Anspruch genommen, Zeit, die mir z.B. zum Bloggen und viele Besuche in anderen Blogs gefehlt hat. Doch ab jetzt geht’s wieder anders rund :o).

Auf Eure Wortmeldungen zu meinen früheren Garten-Blogpostings wollte ich natürlich nicht verzichten und habe die Kommentare daher auch mit ins neue Blog übertragen. Falls einer der Kommentatoren damit nicht einverstanden sein sollte, bitte melden.

Also dann, ich freu’ mich drauf, den einen oder anderen von Euch drüben in meinem Lebensglück Garten wiederzusehen. Hier seid Ihr mir natürlich auch weiterhin willkommen.

Der neue (alte) Hass

Das ist es, was ich und viele andere Blogger jetzt schon seit Jahren durchs politisch-inkontinente Netz, aus den braunen Sümpfen der Nation heraufkriechen sehen:

Aber seit Deutschland kaum nach dem 11. September 2001 den Krieg gegen den Terror durch Einführung der Rasterfahndung gegen alle eröffnete, die Bart oder Kopftuch und große muslimische Frömmigkeit zeigen, vollzieht sich der Kurzschluss von Islam zu Terror nicht nur in den Köpfen von Außenseitern. Antisemitismus ist endlich weitgehend geächtet, nun ist Islamhass im Begriff, zur akzeptablen Form des guten alten Rassismus zu werden (…)

Zeit Online: Der neue Hass

Was werdet Ihr antworten, wenn Eure Enkel Euch eines Tages fragen: Wie konnte das geschehen? Warum habt Ihr das nicht verhindert?

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