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Weblog

Vera Lengsfeld verurteilt linksextreme Gewalt

…gegen Autos. Deshalb protestierte sie gestern in ihrem Blog scharf dagegen – genauso scharf wie gegen rechtsextreme Gewalt gegen Menschen. Dass ich diese Einstellung nicht nur materialistisch, sondern auch irgendwie menschenverachtend finde, konnte ich ihr da nicht mehr drunter schreiben. Denn nachdem sie gestern in der Bild am Sonntag, wie angedroht versprochen, noch etwas “mehr” von ihren Qualitäten gezeigt hatte, hat sie die Kommentarfunktion in ihrem Weblog abgestellt. Das wiederum kann ich mittlerweile verstehen: Mit der Zielgruppe, die sie damit wieder angelockt hat, würde ich mich auch nicht unterhalten wollen ;o).

Ringen um Worte

Ich sitz jetzt hier schon seit Stunden und frag mich, wie ich mein Entsetzen und meinen Zorn, über die öffentliche Menschenhatz der NPD auf einen schwarzen CDU-Politiker aus Thüringen, in angemessene Worte fassen kann. Doch ich finde sie nicht.

Vera Lengsfeld bloggt nicht

Aber natürlich bloggt sie, meint Ihr, schließlich hat sie doch jetzt auch so eins von diesen Internettagebüchern und stellt da auch regelmäßig Inhalte ein? Na und? Deshalb bloggt sie noch lange nicht. Sie redet nicht mit den Leuten, die ihre Einträge kommentieren. Auf grob geschätzt ca. 95% der Kommentare wird überhaupt nicht geantwortet, geschweige denn sich an den Diskussionen beteiligt, die ihre Inhalte in anderen Blogs ausgelöst haben.

Schon seit einigen Tagen machen Blog-Kommentatoren ihrem Ärger über Frau Lengsfelds Schlampenplakat Werbeplakat quer durch alle nachfolgenden Blog-Einträge Luft. Und man lässt sie größtenteils gewähren und kümmert sich nicht um ihre Kritiken. Die wenigen Anworten, die da zwischendurch mal kommen, klingen so gekünstelt und teilnahmslos, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen kann, irgendein völlig leidenschaftsloser CDU-Pressefuzzi hat sie verfasst. Und das Publikum hat das Spielchen natürlich längst durchschaut. Auch die streunenden Web-Trolle haben inzwischen bemerkt, dass uns da wieder mal eine Politikerin eine unpersönlich geführte Wahlwerbeschleuder als Blog verkaufen will. Sie reißen den unausgegorenen Mist, den die Blogbetreiber auf die virtuelle Straße kippen, genüsslich auseinander und platzieren ihre verbalen Exkremente darin – ganz so, wie es eben der Trollnatur entspricht. Der Gestank muss wohl mittlerweile bis zu Frau Lengsfeld vorgedrungen sein. Jedenfalls hat sie ihre seelenlosen Blog-Lakaien jetzt eine Straßensperre errichten lassen, vor der sich das Stimmvieh anstellen darf, bis man geprüft hat, ob es stubenrein ist.
Das ist nicht Bloggen, sondern nur ein weiterer Versuch der Webvolksverarschung!

Mein Tipp an alle PolitikerInnen, die meinen, sie könnten hier vor der Wahl mal eben einen auf Obama machen, danach einfach einmal feucht durchwischen und sich hier nie wieder blicken lassen: Lasst es doch einfach gleich ganz sein. Wenn Ihr nicht mit uns reden wollt, dann behaltet doch Euer Geseier bei Euch oder übergebt es einfach Presse oder Fernsehen. Lasst sie es wie gehabt übers Volk kippen, wo es Euch nicht widersprechen kann, statt hier im Netz so zu tun, als würdet Ihr Euch für die Belange Eurer Wähler interessieren. Hier fällt Eure Heuchelei nämlich nicht nur auf, sondern man kann sie auch direkt weitersagen ;o).

Sex sells

So lautet bekanntlich ein altes Verkaufsprinzip. Und was schon der B*LD auf Platz 1 der meistverkauften deutschen Druckerzeugnisse geholfen hat, verhilft ja vielleicht auch der CDU zum Wahlerfolg. Anders kann man die Botschaft dieser Wahlplakate beim besten Willen ja wohl kaum deuten.

Was ich davon halte? Ich bin zwar sehr für mehr Weiblichkeit in der Politik, doch ich will da keine Frauen sehen, die auf derart selbstentwürdigende Weise ihr Fleisch zu Markte tragen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich von den derzeitigen politischen ‘Eliten’ dieses Landes eh schon längst nicht mehr vertreten fühle – und zwar sowohl partei- als auch geschlechterübergreifend.

Aber ehrlich ist sie ja, die Frau Lengsfeld, das muss man ihr lassen. Sie lässt ihre Wähler zumindest nicht darüber im Unklaren, was von ihr und ihresgleichen zu erwarten ist. Aber ob das auch nur ansatzweise reicht, um die Staatskonten aus den tiefroten Zahlen zu bringen? Ich wage es zu bezweifeln – zumal Frischfleisch auf diesem Markt der nackten Tatsachen deutlich mehr einbringt. – via sagichdoch?

Nachtrag (14:10 Uhr):
Ihr Plakat konnte mich persönlich zwar nicht davon überzeugen, dass Vera Lengsfeld Humor hat (btw Humor, den ich schätze, ist geistreich; doch Esprit hab’ ich auf dem Pin-Up Wahlplakat nicht gefunden), aber amüsant finde ich sie ja schon irgendwie – z.B. wenn sie so was schreibt:

Unser Plakat war ein voller Erfolg. Die Zahlen sprechen für sich. Bei der Anzahl der Besucher relativiert sich die Anzahl der gehässigen Kommentare. Sie bewegen sich im untersten Promille- Bereich.

Um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu stützen, hat Frau Lengsfeld nämlich zwischenzeitlich die Kommentare ausgeschaltet und nicht etwa nur ein Stoppschild hingepappt. Ist das nicht pfiffig für eine CDU-Kandidatin ;o)?

Nachtrag II (15:25 Uhr):
Halina Wawzyniak von der Partei DIE LINKE setzt ihren Arsch dagegen. Der m.E. passendste Kommentar dazu:

Genau. Laßt die Leute zwischen Titten und Arsch entscheiden!
Scheiß Gehirn …

Das Freilichtmuseum in Detmold

Durchgang Westhellweg Hof

Letztes Wochenende besichtigten mein Lieblingsbegleiter und ich nach langer Zeit mal wieder das größte Freilichtmuseum Deutschlands in Detmold. Auf dem mehr als 90 Hektar großen Gelände, mit über 100 wiedererichteten historischen Gebäuden, wird man in das westfälische Landleben vergangener Jahrhunderte zurückversetzt.

Fachwerkhaus mit Reetdach

Wohn- und Nutzgebäude vielfältigster Art sind dort per pedes zu erkunden, wie z.B. Bauern- und Bürgerhäuser, Mühlen, Werkstätten, ein Armenhaus, Backhäuser, Viehställe, Speicher…

Töpferhaus

Auch an ein Schulhaus hat man gedacht.
Schulhaus von innen mit Schulbänken und Rechenschieber
Und die Plumpsklos, direkt neben den Misthaufen, wurden auch nicht vergessen ;o).

Hölzernes Plumpsklo neben einem Misthaufen

Natürlich können die voll eingerichteten Museumsgebäude nicht nur von außen sondern auch von innen besichtigt werden – viele Wohnräume allerdings verständlicherweise nur durch Plexiglasscheiben, um das Mobiliar zu schonen.

Kinderzimmer in einem bürgerlichen Haushalt

Doch manches darf man auch mal hautnah ausprobieren. Und wie man hier sehen kann, konnte mein Lieblingsbegleiter diesem Angebot nicht gänzlich widerstehen – im Gegensatz zu mir (Wer weiß, wer da schon alles drin gelegen hat… ;o).

Mein Libelingsbegleiter in einem alten Kastenbett

Obwohl die Gebäude heute freilich sauber gehalten werden, verströmt das alte Fachwerk noch immer einen recht kernigen Geruch aus altbäuerlichen Zeiten. Und dieser Sinneseindruck ließ mich erahnen, dass ich mich dort nicht wirklich wohl fühlen würde, hätte man die Zeit tatsächlich zurückgedreht: Verqualmte Deelen vom offenen Feuer,  geräucherte Würste an der Decke, Großfamilien auf engem Raum, der Geruch der Nutztiere, die mit ihnen unter einem Dach hausten, die Dämpfe der Schlachtungen und Einmachkessel… Nee nee, die gute alte Zeit hat so romantisch, wie mancher sich das vielleicht heute zusammenphantasieren mag, auf dem Lande nie existiert. Nach den Eindrücken, die ich dort sammeln konnte, muss es jedenfalls ein körperlich ungeheuer hartes und zum Himmel stinkendes Landleben gewesen sein damals.

Deele eines Bauernhauses mit Feuerholzkorb und Butterfässern

Zwar haben die ehemaligen Bewohner der Häuser natürlich längst das Zeitliche gesegnet, dennoch gibt es rund um ihre einstigen Wirkungsstätten, auch außerhalb der Vorführungstermine, heute noch eine Menge Leben. Und damit meine ich nicht die ~250.000 Besucher, die das Museum lt. Wikipedia jährlich durchstreifen – die verlaufen sich wohl während des Jahres auf dem großen Gelände, sodass selbst ich, die auf Menschen in Massen leicht allergisch reagiert, sich davon nicht sehr gestört fühlt – nein, ich habe dabei eher die alten Nutztierrassen im Sinn, die auf dem Museumsgelände gehalten und gezüchtet werden…

Fotocollage mit Hahn, Huhn, Pferd, Schaf und einem sich im Schlamm suhlenden Schwein

…sowie die traditionellen Bauerngärten, mit alten Kultur- und Zierpflanzenarten, die auf überlieferte Weise bei den Höfen angelegt wurden.

Bauerngarten, mit traditionellen Buchshecken eingefasste Gemüse-, Kräuter- und Staudenbeete

Nachtrag: Ein paar Gartenfotos mehr gibt’s in meinem Lebensglück Garten.

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