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Horror vs. Terror
Zugegeben, mir kräuseln sich in letzter Zeit immer öfter die Nackenhaare, wenn ich das aktuelle Tagesgeschehen in Deutschland verfolge. Den Medienberichten zufolge, habe ich derzeit die “Wahl” zwischen zwei potentiellen Gefahrenquellen:
Einerseits wäre da die terroristische Bedrohung, die uns seit dem 11. September 2001 von Politikern und Mainstream-Medien mit wachsender Intensität angekündigt und mit Terrormeldungen aus aller Welt blutig illustriert wird. Andererseits wäre da die Horrorliste von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der mit Folteraussagen, Feindstrafrecht und Bundeswehreinsatz im Inneren gegen das Menetekel des Terrorismus vorgehen will. Nun ratet mal, wovor’s mich im Moment mehr gruselt.
Übrigens frage ich mich gerade, ob der Herr Schäuble wohl schon mal was vom Thomas-Theorem gehört hat? Entweder hat er nicht, dann weiß er nicht, was er da möglicherweise heraufbeschwört. Oder er hat doch, dann weiß er ganz genau, was er da tut. So oder so, der Mann und seine Vorstellungen von “Recht und Ordnung” sind mir unheimlich.
Tags:Bundeswehreinsatz im Inneren, Politik, Terrorismus, Wolfgang Schäuble
Iris Bleyer | 05.01.2006 | 06:46 Uhr | Zeitgeschehen | 2 Kommentare
Tagesgerichte
Auch auf deutschen Speisekarten findet man neuerdings immer häufiger gekochten Frosch. Klingt eklig? Ist es auch – vor allem, wenn man sich die Liste der übrigen Zutaten mal genauer ansieht. Rezept entdeckt bei sagichdoch, wo heute wieder mal die Journaille bloßgestellt wird.
Auch Don Alphonso hat heute mal wieder gut aufgepasst und sich von den Enemies at the Gate nicht plündern lassen ;o).
Tags:Journaille
Iris Bleyer | 03.01.2006 | 21:17 Uhr | Journalismus | 3 Kommentare
Hausmittel gegen Medienitis
Man weiß ja, dass etlichen Weltanschauungen, die auf -ismus enden, eine gewisse Gefahr innewohnt, sich zu Epidemien auszuprägen, die dann andere Lebensweisen um sich herum bedrohen. Dieses Potential schlummert sogar in einigen, zunächst harmlos scheinenden, wie Materialismus, Monotheismus, Individualismus…
Man kann krankhafte und epidemische Entwicklungen in solchen Systemen in etwa mit ‘ner verschleppten Erkältung vergleichen: Erst fängt’s mit ‘nem harmlosen Schnupfen an, dann kommt noch ‘n Husten dazu, erhöhte Temperatur, die plötzlich auf 40 Fieber ansteigt …und schwupps, ehe man sich versieht, hat man sich ‘ne Lungenentzündung eingefangen.
Nun, gegen Erkältungskrankheiten gibt’s ja zum Glück ein paar bewährte Hausmittelchen, die, frühzeitig angewendet, oft Schlimmeres verhüten. Und gegen -ismen-Infekte gibt’s die auch, z.B. vielseitige Information, Skepsis, gesunden Menschenverstand, Bildung (nein, nicht die aus der BILD)…
Und ich hab’ vor einiger Zeit auch eins gefunden, das mich gegen hochgradig infektiösen, manchmal bösartig verlaufenden Journalismus (auch Journaille genannt) weitgehend immunisiert. Und das geht so: Immer wenn ich meinen Fernseher einschalte, ‘ne Zeitung aufschlage oder mich ins Internet einwähle, denke ich an David Copperfield und glaube nicht alles, nur weil ich es sehe ;o).
Tags:Journaille, Medien
Iris Bleyer | 03.01.2006 | 16:53 Uhr | Journalismus | 5 Kommentare
Das kommt davon
Es gibt immer wieder Menschen, die treffen genau zur richtigen Zeit die richtigen Worte.
Mit ihrer “Post” für Susanne Osthoff traf in meinen Augen Elke Heidenreich voll ins Schwarze. In diesem Briefchen steckt ja sooo viel drin, wenn man es nur gründlich auseinanderfaltet…
Tags:Elke Heidenreich, Entführung, Irak, Susanne Osthoff
Iris Bleyer | 31.12.2005 | 00:12 Uhr | Zeitgeschehen | 5 Kommentare
Im Ring: Netizens contra Big Brother
Nicht nur der Dezember 2005 ist ein schwarzer Monat für Bürgerrechtler und Freidenker. Eine finstere Zeit ist angebrochen in den Informationsgesellschaften. Die politischen Weichen sind gestellt und machen den Weg frei für eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur in Europa.
Okay, wir haben nicht mehr 1984. Es hat ein bisschen länger gedauert. Doch infolge der Terrorhysterie, die nach dem 11. September 2001 in der sogenannten “zivilisierten Welt” ausbrach und seither kontinuierlich geschürt wird, wird die Überwachungsgesellschaft von Tag zu Tag mehr Realität und geht Hand in Hand mit dem Abbau von Freiheitsrechten.
Wir haben zwar schon viel verloren, aber noch nicht den Krieg. Denn wir haben noch gar nicht richtig angefangen, uns zu wehren. Weil wir uns zu sicher fühlten? Weil wir auf unsere Rechtsstaaten und Hüter der Demokratie vertrauten? Weil wir doch “die Guten” sind? Weil wir ja schließlich nichts zu verbergen haben? Doch man hat uns trotzdem alle unter Generalverdacht gestellt und uns damit zu potentiellen Terroristen erklärt. Darum wird es höchste Zeit, dass die vernetzte Welt sich der dunklen Seite der Macht mit vereinten Kräften entgegen stellt.
Mein guter Vorsatz für 2006? Wachsam sein und Laut geben!
Tags:Freiheitsrechte, Politik, Terrorismus, Überwachung
Iris Bleyer | 29.12.2005 | 10:57 Uhr | Zeitgeschehen | 3 Kommentare