Kommentarseite zu:
Leiharbeit ist Menschenhandel!
Von einem scheinbar sozial fortschrittlicheren Land als unserem liest man Folgendes:
Einen wegweisenden Schritt hat der Oberste Gerichtshof von Namibia im März 2009 vollzogen. Leiharbeit ist dort seitdem verboten. Das neue Gesetz stellt die Anstellung von Personen mit der Absicht, sie an Dritte zu verleihen unter Strafe. Die Richter stuften Leiharbeit als »moderne Sklaverei« ein und erklärten: »Leiharbeit ist ungesetzlich und reduziert Menschen zu persönlichem Besitz«.
- Quelle: www.leiharbeit-abschaffen.de
Die OECD formuliert es euphemistischer:
Die Industriestaaten-Organisation OECD sieht in Deutschland ein Zweiklassensystem der Beschäftigung: die erste Klasse ist unbefristet beschäftigt, die zweite sind Arbeitnehmer auf Zeit oder prekär Beschäftigte. Der Unterschied zwischen beiden sei größer als in anderen Mitgliedsländern.
- Quelle: Der Tagesspiegel
Nichtsdestotrotz spricht sich gerade aktuell die Möchtegern-Kanzlerin aller Deutschen, Angela Merkel, gegen die Abschaffung der Zeitarbeit hierzulande aus.
- via holy fruit salad!
Nicht nur, aber auch aus diesem Grund: Meine Kanzlerin war und wird DIE nie! Doch mal von ihr abgesehen: Wieso merkt eigentlich keiner der Regierenden in Deutschland, dass Menschenhandel gegen Artikel 1 unseres Grundgesetzes verstößt?
Tags:Angela Merkel, Leiharbeit, Menschenhandel, OECD, Politik
Iris Bleyer | 14.01.2010 | 15:25 Uhr | Zeitgeschehen
Um mit dem Schluss zu beginnen: meine ist es auch nicht und wird es auch nie werden, jetzt schon gar nicht mehr. Ich begreife immer weniger, wie so viele Menchen SO wählen konnten, dass eine solche Regierung möglich wurde.
Über Zeit- und Leiharbeit bin ich nicht sonderlich gut informiert. Das ist sicher wieder eines dieser undurchdringlichen Geflechte, wo es immer wieder nur um eines geht: möglichst großen Profit machen. Die Mitmenschlichkeit bleibt dabei auf der Strecke.
Traurige Tatsache scheint auch zu sein, dass sich in unserer jetzigen Zeit die Arbeitgeber alles erlauben können. Viele Menschen brauchen dringend Arbeit und greifen da verständlicherweise nach jedem Strohhalm und nehmen auch Bedingungen in Kauf, die man gar nicht tolerieren dürfte.
Es geht auch nicht nur um das ‘Verleihen’, sondern überhaupt um das Ausbeuten. Ich kenne jemand, der nur saisonal arbeiten kann bzw. darf. Das ist ein Trauerspiel und eine ganz große Schweinerei von Seiten der Arbeitgeber. Und die sind nicht mal alle Großkonzerne, sondern manchmal halbamtliche ‘Firmen’. Die haben genauso wenig Moral und zeigen genauso wenig Menschlichkeit.
Kommentar von Ingrid am 16.01.2010 um 14:27@Ingrid:
Einige aus meinem Bekanntenkreis zweifeln mittlerweile sogar daran, DASS diese Regierung überhaupt noch demokratisch gewählt ist. Einerseits klingt mir die Vorstellung manipulierter Wahlergebnisse in Deutschland noch einen Tick zu verschwörerungstheoretisch; andererseits weiß man inzwischen, dass die Mitglieder dieser Regierung keinerlei Skrupel haben, gegen den Mehrheitswillen des Volkes zu entscheiden.
Wenn Du Dir einen verständlichen Überblick über die Bedingungen der Leiharbeit in Deutschland verschaffen möchtest, kann ich Dir die Kampagnenseite von leiharbeit-abschaffen.de nur noch mal wärmstens empfehlen.
Kommentar von Iris Bleyer am 16.01.2010 um 15:37P.S.@Ingrid:
Eine Folge der politisch forcierten Leiharbeit in Deutschland halte ich auch noch für besonders wichtig hervorzuheben: Mittlerweile stellt die Masse der Leiharbeiter auf dem Arbeitsmarkt eine so starke Konkurrenz für die bisherigen Vollzeitbeschäftigten dar, dass sie deren Arbeitsplätze und Lohnniveau gefährden. Das bedeutet:
Leiharbeit betrifft nicht nur Leiharbeiter sondern ALLE Arbeitnehmer!
Ich bin zweifelsfrei davon überzeugt, dass der jetzt diskutierte Fall Schlecker kein Einzelfall ist. Denn diese Vorgehensweise entspricht doch voll und ganz der Natur des Kapitalismus: Alles, was möglich ist, um die Profite der Kapitalseigner zu maximieren, wird auch gemacht. Und Mitmenschlichkeit ist nicht profitabel genug. Der sogenannte Raubtierkapitalismus kann m.E. nur im Zaum gehalten werden, wenn Regierungen die abhängig Beschäftigten vor der Ausbeutung durch Kapitalseigner schützen. Unsere Regierungen tun das aber seit geraumer Zeit nicht mehr – im Gegenteil, sie zerstören schon seit Jahren Stück für Stück alle einst hart errungenen Schutzwälle (Arbeitnehmerschutzgesetze, Tariflöhne, Renten, soziale Netze).
Kommentar von Iris Bleyer am 16.01.2010 um 16:04Danke für die ausführlichen Antworten.
Kommentar von Ingrid am 18.01.2010 um 12:27