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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
So lautet bekanntlich der erste Satz in Artikel 1 des Grundgesetzes, das die Verfassung unseres Landes darstellt. Und der zweite gebietet:
„Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Diese beiden Sätze gelten als oberstes Gebot in unserem Staat und gleichzeitig als Fundament unseres Rechtssystems. Doch was bedeuten sie eigentlich? Um das herauszufinden, habe ich zunächst versucht, Antworten auf ein paar Fragen zu finden, die mir zum Verständnis unerlässlich scheinen:
- Was ist denn überhaupt ‚die Würde des Menschen’? Wie offenbart sie sich?
- Was heißt, sie sei unantastbar? Kann man oder darf man sie nicht antasten?
- Wie achtet und schützt unser Staat die Menschenwürde? Kommt er seiner Verpflichtung nach?
Gleich bei meinen ersten Fragen zur Definition des abstrakten Begriffs ‚Menschenwürde’, bin ich auf unterschiedliche Antworten aus verschiedenen Denk- und Glaubensrichtungen gestoßen. Entscheidend scheint mir hier die Feststellung: „Würde kann einerseits als Wesensmerkmal andererseits als Gestaltungsauftrag verstanden werden.“ Das interpretiere ich so, dass Würde einerseits angeborener Teil des Menschen ist, andererseits ein Anspruch an sein Verhalten. Jedoch vermitteln mir die in der Wikipedia dargelegten Erklärungsversuche lediglich eine vage Vorstellung davon, wie Würde sich konkret offenbart. Wie würdevolles Auftreten aussieht, scheint mir in nicht geringem Maße vom historischen Hintergrund und den gesellschaftlichen Konventionen im Bezug auf Sitte und Moral abhängig zu sein.
Doch kann man ein menschliches Charakteristikum, was sich nur so vage beschreiben lässt, überhaupt antasten, achten oder schützen? Wenn ich nicht klar und eindeutig benennen kann, in welcher Weise die Menschenwürde angetastet wird, wie kann ich dann ihren Schutz vom Staat einfordern? Rechtlich sollen laut Wikipedia die allgemeinen Menschenrechte den Menschen ein würdevolles Dasein sichern. Doch wenn ihre Wahrung alles ist, was den Schutz der Menschenwürde garantiert, wieso wurde diese dann separat in unserem Grundgesetz verankert und allen anderen Grundrechten vorangestellt?
Tags:Grundgesetz, Grundrechte, Menschenwürde
Iris Bleyer | 28.01.2009 | 17:22 Uhr | Alltagsphilosophie
stimmt, deine interessanten gedanken zur menschenwürde, passen wahrlich bestens zu meinem spruch des tages…
ich kenne die antwort auf deine fragen leider nicht. falls du dahinter kommst, lass es mich bitte wissen.
herzlichen gruss
Kommentar von hier und jetzt am 28.01.2009 um 18:37jrene
Fragen über Fragen, zu denen man nur ein Schnipselchen beitragen kann. Ich bin der festen Überzeugung: wenn diese hehren Worte des Grundgesetzes nicht mit Inhalt gefüllt werden, dann bleibt es eine leere Worthülse. Ich bin ja sonst dagegen, dass alle Erziehungsaufgaben von den Eltern auf die Schule übertragen werden, aber hier sehe ich mal eine Aufgabe, die viel, viel stärker in den Schulen eine Rolle spielen müsste: das Grundgesetz konkretisieren, damit es nicht nur Worte bleiben.
Kommentar von Ingrid am 29.01.2009 um 11:31Mit klang es immer einleuchtend, wenn jemand sagte, Würde sei etwas, das nicht von ihr/ihm abzutrennen sei, ohne sie/ihn damit zu verneinen. Aber wenn ich mir überlege, was genau das sein kann, bleibt – nichts. Nicht mal den Zeitpunkt unseres Todes können wir immer bestimmen (Wachkoma usw.).
So ist wohl die Würde (in Gesetzen und Sonntagsreden) nicht viel mehr als ein Rechtstitel (Besitz, Wohnung usw.), mir gewährt, daher mir auch fortnehmbar. Und das paßt dann auch. Von Würde redet, wer andere anschaut, über deren Würde er/sie urteilt. Sie ist ein Zugeschriebenes, ich habe sie, ich bin sie nicht, ich bekam sie und man diskutiert, wie und wann und ob sie mir wieder genommen werden kann.
Nur das Leben ist nicht zu nehmen – das bekannte Wort ist Unsinn. Zu töten nimmt nicht das Leben, welches ja gehabt ist, wenn gestorben wird, sondern beläßt dieses unverändert. Der Tod alein kann gegeben werden, aber nicht wieder genommen (bisher). Mag also sein, er ist mein Unantasbares, meine Würde. Was aber mir nicht gefällt.
P.S.
Kommentar von SuMuze am 02.02.2009 um 23:09Das Wort Würde hat vielleicht nicht umsonst die Form des Konjunktivs.
So oft ich auch darüber nachsann, ich kann Würde noch nicht (für mich) ausreichend klar definieren. Aber in manchen Situationen spüre ich ihre Gegenwart (und wenn ich sie spüren kann, ist sie). Einige Beispiele:
- diese raren Momente, in denen ein Mensch die Kraft hat, seinem inneren Schweinehund einen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen, aus irgendeinem unerfindlichen Grund eben mal nicht das Bequemste oder persönlich Befriedigendste wählt, sondern das, was er/sie für das Richtige hält.
- der spontane Gedanke, DAS sollte man keinem Menschen antun – weder einem anderen, noch sich selbst – weil es demütigend ist.
- eine Aura von Sanftmut, Ausgeglichenheit und Stolz, die einen Menschen befähigt, jedem auf Augenhöhe zu begegnen.
Hm, Menschenwürde ist wirklich schwer (in Worte) zu fassen. Vielleicht macht ja gerade das ihre Unantastbarkeit aus?
@SuMuze:
Kommentar von Iris am 02.02.2009 um 23:44Doch, man kann einem Menschen m.E. schon das Leben nehmen – zwar nicht das vergangene, aber sein zukünftiges (u.U. auch das möglicher Nachfahren). Und was die Wegnahme des Todes betrifft: das eine oder andere Mal sollen immerhin schon Wiederbelebungen geglückt sein.
Das ’schwer Fassbare’ der Würde sehe ich auch als ihr Chance zur Unantastbarkeit – aber nicht im Handeln, sondern im Vorschreiben, sei es morlisch oder rechtlich. Leider ist Unantastbarkeit wohl nichts, was wirkliche Menschen innewohnt, sondern nur den Abstrakta.
Dein Gedanke mit den zukünftigen Leben ist reizvoll. Hat aber zwei Nachteile:
1. niemand hat(!) ihre Zukunft, denn sonst wäre sie ihre Vergangenheit – oder das Reden von ‘Haben’ machte keinen Sinn
2. wenn ich das konsequent zu Ende dächte, müßte ich auf Teufel komm heraus jedes(!) gesprungene Ei in mir befruchten, wollte ich nicht mit jedem übergangenen Ei auch immer ein Universum an zukünftigen Leben fortnehmen.
Und ja, das Wiederbeleben ist eine verzwickte Sache. Vielleicht aber auch nicht beliebig durchführ- und wiederholbar und an besondere Umstände gebunden.
Vielleicht ist es so etwas wie Würde, wenn wir beim Wahrnehmen eines Menschen über ‘Würde’ nachdenken und sie uns als Eigenschaft dieses besonderen Menschen wünschen, nach ihr schauen und deswegen die Augen aufmachen. Dann wäre es auch meine Würde, die ich zeigte, indem ich Würde auch woanders vermute und erhoffe.
Kommentar von SuMuze am 03.02.2009 um 17:21@SuMuze:
“niemand hat(!) ihre Zukunft”
Stimmt. Doch ‘Haben’ ist m.E. kein Synonym für ‘Besitzen’ – jedenfalls nicht nur. Es kann auch ein Zustand sein, in dem man sich befindet (z.B. Hunger, Angst, Zweifel, Periode, Kater, Freude haben). Demzufolge kann man jemandem schon sein (zukünftiges) Leben (weg)nehmen (Im Sinne von: den Zustand des Lebendig Seins beenden). Doch man kann es danach nicht selbst annehmen, weil Leben nicht übertragbar ist (zumindest nicht vollständig), da es an einen Organismus gebunden ist.
Die Sache mit dem Ei hängt ist davon abhängig, wann für Dich ein Leben beginnt.
Meine Sicht: Aus einer unbefruchteten menschlichen Eizelle kann kein eigenständiger Organismus entstehen. Und ein Leben, das noch nicht entstanden ist, kann man imo auch nicht nehmen.
Deine abschließende Vorstellung von Menschenwürde gefällt mir sehr gut. Ich werde sie im Gedächtnis behalten.
Kommentar von Iris am 03.02.2009 um 18:44Hallo zusammen,
Iris schrieb folgendess:
“Hm, Menschenwürde ist wirklich schwer (in Worte) zu fassen. Vielleicht macht ja gerade das ihre Unantastbarkeit aus?”
Vielleicht gelingt es mit Bildern beseer??
Mir ist da so ein Bild eingefallen, um für mich “Würde” sichtbar zu machen,fallen mir Bilder aus Afrika ein, wo die Frauen auf dem Kopf ihre Wasserbehälter über lange Strecken tragen müssen, das sieht für mich immer so “würdevoll” aus. Vielleicht lacht ja der eine oder andere von euch, aber die Haltung, die die Frauen da einnehmen, weckt in mir jedesmal großen Respekt. Trotz aller Armseligkeiten ertragen sie in aufrechter Haltung ihr Schicksal und macht sie für ihre Familien sooo wertvoll. Ich glaube, Würde hat was mit Wert zu tun, den Wert den ich in mir fühle, ich bin wer.
Kommentar von Edith am 05.02.2009 um 19:59Dann fällt mir auch ein anderes Bild ein, dass ich jedesmal schwer ertragen kann, ist dies: Da liegen jung geweihte Priester langgestreckt auf dem Boden vor einem höhergeweihten Priester, diese unterwürfige Haltung vor Menschen, empfinde ich als nicht tragbar. Da legen junge Menschen, nach meinem Empfinden, ihre Würde ab, das stört mich, ich kann da nicht hinsehen. Ich weiß schon, sie verschreiben sich dem Dienst der Kirche, aber doch nicht so entwürdigend.
Vielleicht versteht ihr mich, was ich mit den Bildern sagen möchte.
@Edith:
Das Bild der Frau, die den Wasserkrug auf dem Kopf balanciert, ist für mich vergleichbar mit dem einer tanzenden Ballerina oder einer Geisha bei der Teezeremonie. Es sind eingeübte Bewegungsabläufe und Haltungen – Körperbeherrschung. Doch sie allein vermittelt mir noch keinen würdevollen Eindruck.
Das hier dagegen kommt meiner Vorstellung von Würde schon sehr viel näher:
“Ich glaube, Würde hat was mit Wert zu tun, den Wert den ich in mir fühle, ich bin wer.”
Wenn andere dieses Selbstwertgefühl wahrnehmen, weil der, der es hat, es ausstrahlt – und zwar ohne überheblich oder herablassend zu wirken – das empfnde ich als würdevolles Auftreten.
Gesten der Unterwerfung finde ich allerdings nicht zwangsläufig entwürdigend, wenn sie Teil einer Zeremonie sind und Hochachtung vor dem Gegenüber symbolisieren sollen (z.B. Hofetikette oder knieender Heiratsantrag ;o). Dagegen finde ich die Ausleseprozeduren bei Germany’s Next Topmodel oder DSDS teilweise wesentlich (selbst)erniedrigender.
Kommentar von Iris am 05.02.2009 um 21:08Hallo Iris,
Kommentar von Edith am 06.02.2009 um 12:24die Bilder, die mir spontan zu “Würde” einfielen, sind natürlich hinkend, mir vermitteln sie dennoch einen Ausdruck davon. Es wäre interessant zu erfahren, welche Bilder dir dazu einfallen würden, sicher völlig andere.
Wenn wir “Würde” in Verbindung mit Werte setzen, dann ergibt sich eine neue Frage, wer ist der Wertgeber? Sicher bei jedem eine andere Skala. Ich habe da die christlichen Werte als Mitte meines
Lebens als richtig erkannt, als da sind:
Schöpfer – Geschöpf
Gewollt – Geliebt – Gebraucht. Aber ich will nun keine neue Diskussion anzetteln, will es nur so vermerken.
Hallo Edith,
die Bilder, die mir zum Begriff Würde einfallen, kann ich Dir nicht beschreiben, denn es sind Bilder von Persönlichkeiten mit einer ganz speziellen Aura, die ich in den vorherigen Kommentaren schon ein paar mal zu beschreiben versuchte. Diese würdevolle Ausstrahlung, die ich vor meinem inneren Auge hab’, lässt sich nicht auf äußerliche Kennzeichen reduzieren, weil sie sich individuell verschieden zeigt.
“Wenn wir “Würde” in Verbindung mit Werte setzen, dann ergibt sich eine neue Frage, wer ist der Wertgeber?”
Meine Antwort: Der Mensch selbst. Ich denke, menschliche Werte sind erlernbar. Einige werden von Generation zu Generation weitergegeben, andere können im Laufe des Lebens dazugelernt werden. Die Autonomie, mit der ein Mensch seine Werte bewusst entwickelt, macht für mich einen wesentlichen Teil seiner Würde aus.
Kommentar von Iris am 06.02.2009 um 13:14@ Iris, du schreibst:
Nachdem ich diese Frage stellte:
Wer ist der Wertgeber?
“Meine Antwort: Der Mensch selbst. Ich denke, menschliche Werte
sind erlernbar.”
Da stimme ich nicht so ganz zu, unsere jüngste Geschichte hat dafür schreckliche Beispiele gegeben.
Kommentar von Edith am 07.02.2009 um 17:51@Edith: Wenn wir historische Irrtümer als Beweis für die grundsätzliche Würde- bzw. Wertlosigkeit der Menschheit ansehen würden, spräche das aber auch gegen Deinen Glauben, dass ein Schöpfer sie mit Wert ausgestattet hätte, oder? Von einem allmächtigen Gott würde ich allerdings in Sachen Wertschöpfung eher Unfehlbarkeit erwarten, als von einem Menschen, der sich allmählich weiterentwickelt. Denn wer lernt, macht auch Fehler.
Kommentar von Iris am 07.02.2009 um 18:34Unfehlbarkeit wird ja z.Zt. heiß diskutiert, ich stimme dir da zu, wenn du sagst, wer lernt, der macht auch Fehler. Wir haben zu dem alle einen freien Willen, mit dem wir uns entscheiden dürfen, wie wir handeln wollen. Dazu, so glaube ich, sind ein paar Leitlinien nicht schlecht. Für mich finde ich sie im christlichen Glaubengut, wobei ich allerdings nicht für mich in Anspruch nehme, immer das Richtige zu tun. Nur weiß ich mich jemandem verantwortlich für das, was ich tue und das kann mich vor manchem falschen Schritt bewahren. Wahrscheinlich werden auch da die Ansichten nicht zusammen fließen, weil jeder den Wert des anderen anders sieht.
Kommentar von Edith am 07.02.2009 um 20:44Wichtig erscheint mir, das jeder etwas in sich trägt, was ihm die Kraft zum Leben stärkt. Bei mir ist es der Glaube, bei anderen eine andere Ideologie, auf aber sehr sicher sein.
Zum Thema ‘Würde des Menschen’ kann ich mir nur meine eigenen Gedanken machen. Wikipedia-Links sind da irgendwie zu abstrakt (für mich). Irgendwie sind aber eigene ganz einfache praktischen Überlegungen meist eh sinnvoller.
Ich denke, ‘Würde’ bedeutet, dass man die wichtigsten Eigenschaften von jemandem beachtet.
Bei nem König also sein König-sein, bei nem alten Mann die Lebenserfahrung.
Und die ‘Würde des Menschen’ sind somit die wichtigsen Eigenschaften die einen Menschen zum Mensch machen und z. B. vom Tier unterscheiden.
Und eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen ist sicher die Fähigkeit zur Vernunft. Also (Wikipedia) “Zusammenhänge in der Welt zu erkennen und uns darin einzuordnen. Unsere Gedanken zu reflektieren.” Also Fehler einzusehen und zu erkennen, dass wir etwas falsch gemacht haben.
Das ist sicher eine der kennzeichnensten Eigenschaften des Menschen. Wie viele Dummheiten macht man in der Kindheit und Jugend und wie weise kann man trotzdem noch im Alter werden.
Unantastbar heißt eben, dass das immer und überall beachtet werden muss. Also, dass man immer berücksichtigen muss, dass jemand noch seine Fehler einsehen kann und sich noch bessern kann.
Der Staat berücksichtigt (diesen Teil) der Menschenwürde, dadurch, dass es z. B. keine Todesurteile oder wirklich lebenslange Freiheitsstrafen gibt. Der Resozialisierungsgedanke steht im Vordergrund. Eben weil es eine der wichtigsen Eigenschaften (die Würde) ist, dass jeder Mensch seine Fehler noch einsehen und sich ändern kann.
(Es sei denn, er ist krank, dann kommt er in ein ggf. geschlossenes Krankenhaus, bis er wieder gesund ist.)
Andere Aspekte der Menschenwürde betreffen sicher auch viele Bereiche, wie z. B. sexuelle Selbstbestimmung, usw..
Also die Würde des Menschen sind halt seine wichtigsten Eigenschaften, welche man *immer* (unantastbar) berücksichtigen muss.
Kommentar von Sukram71 am 25.02.2009 um 16:24Aber ich denke, dass das Bundesverfassungsgericht schon in sehr vielen sehr klugen Urteilen sich umfangreiche Gedanken dazu gemacht hat, wie “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” auszulegen und anzuwenden ist.
Wenigstens in wichtigen Grundsatzfragen. Leider ist z. B. die Bild davon noch nicht getroffen worden.
Kommentar von Sukram71 am 25.02.2009 um 16:32Näheres steht z. B. im Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1977 zur lebenslangen Freiheitsstrafe.
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv045187.html
ab Absatz 143 (in etwa ab da, wo es grün wird)
“Dem [Menschwürde] liegt die Vorstellung vom Menschen als einem geistig-sittlichen Wesen zugrunde, das darauf angelegt ist, in Freiheit sich selbst zu bestimmen und sich zu entfalten. Diese Freiheit versteht das Grundgesetz nicht als diejenige eines isolierten und selbstherrlichen, sondern als die eines gemeinschaftsbezogenen und gemeinschaftsgebundenen Individuums.”
Kommentar von Sukram71 am 26.02.2009 um 09:52[...]
“Der Satz, “der Mensch muß immer Zweck an sich selbst bleiben”, gilt uneingeschränkt für alle Rechtsgebiete; denn die unverlierbare Würde des Menschen als Person besteht gerade darin, daß er als selbstverantwortliche Persönlichkeit anerkannt bleibt.”
Hallo Sukram71:
Zunächst mal herzlich Willkommen, schön dass auch Du über meine Fragen zum Thema Menschenwürde nachgedacht und Dich hier (so ausführlich ;o) dazu geäußert hast.
Sich eigene Gedanken machen, finde ich grundsätzlich eine gute Idee – nicht nur zu diesem Thema. Doch was spricht dagegen, damit anzufangen, die Gedanken anderer (wie sie z.B. in der Wikipedia dokumentiert wurden) aufzugreifen und weiterzudenken?
Du hast in Deinem Gedankengang zum Bezug der Menschenwürde zur Vernunft doch auch Wikipedia-Ausführungen einbezogen, oder?
Zum von Dir zitierten Fazit des Bundesverfassungsgerichts war ich etwas weiter oben in meinen Kommentaren hier auch schon gekommen (ohne dessen Ausführungen zur lebenslangen Freiheitsstrafe von 1977 gekannt zu haben ;o) – vergl. Kommentar #10:
“Die Autonomie, mit der ein Mensch seine Werte bewusst entwickelt, macht für mich einen wesentlichen Teil seiner Würde aus.”
Mir ging’s hier aber nicht allein um die juristische Auslegung des Grundrechts Menschenwürde, sondern auch um das umgangssprachliche Allgemeinverständnis. Denn ich finde, unter einem Wert, der so wichtig für unsere Gesellschaft ist, dass er als ihr oberster Grundsatz gilt, sollte sich jeder, der in diesem Land lebt, etwas vorstellen können (zumindest sollte er mal drüber nachgedacht haben ;o).
Es freut mich darum, dass ich hier einige Leser – wie auch Dich – zu so gründlichem Nachdenken und Gedankenaustausch über die Menschenwürde anregen konnte.
Kommentar von Iris am 26.02.2009 um 12:39Dafür bedanke ich mich herzlich bei allen, die sich hier zu Wort gemeldet haben. So macht mir das Philosophieren im Blog Spaß :o).
Och, eigentlich hab ich nur geschrieben, was ich mir vorher schon mal bei nem ähnlichen Thema gedacht hatte.
Kommentar von Sukram71 am 26.02.2009 um 12:48Und ich tippe sehr schnell, wenn ich einmal dran bin und mir war langweilig. :)