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Das Freilichtmuseum in Detmold

Durchgang Westhellweg Hof

Letztes Wochenende besichtigten mein Lieblingsbegleiter und ich nach langer Zeit mal wieder das größte Freilichtmuseum Deutschlands in Detmold. Auf dem mehr als 90 Hektar großen Gelände, mit über 100 wiedererichteten historischen Gebäuden, wird man in das westfälische Landleben vergangener Jahrhunderte zurückversetzt.

Fachwerkhaus mit Reetdach

Wohn- und Nutzgebäude vielfältigster Art sind dort per pedes zu erkunden, wie z.B. Bauern- und Bürgerhäuser, Mühlen, Werkstätten, ein Armenhaus, Backhäuser, Viehställe, Speicher…

Töpferhaus

Auch an ein Schulhaus hat man gedacht.
Schulhaus von innen mit Schulbänken und Rechenschieber
Und die Plumpsklos, direkt neben den Misthaufen, wurden auch nicht vergessen ;o).

Hölzernes Plumpsklo neben einem Misthaufen

Natürlich können die voll eingerichteten Museumsgebäude nicht nur von außen sondern auch von innen besichtigt werden – viele Wohnräume allerdings verständlicherweise nur durch Plexiglasscheiben, um das Mobiliar zu schonen.

Kinderzimmer in einem bürgerlichen Haushalt

Doch manches darf man auch mal hautnah ausprobieren. Und wie man hier sehen kann, konnte mein Lieblingsbegleiter diesem Angebot nicht gänzlich widerstehen – im Gegensatz zu mir (Wer weiß, wer da schon alles drin gelegen hat… ;o).

Mein Libelingsbegleiter in einem alten Kastenbett

Obwohl die Gebäude heute freilich sauber gehalten werden, verströmt das alte Fachwerk noch immer einen recht kernigen Geruch aus altbäuerlichen Zeiten. Und dieser Sinneseindruck ließ mich erahnen, dass ich mich dort nicht wirklich wohl fühlen würde, hätte man die Zeit tatsächlich zurückgedreht: Verqualmte Deelen vom offenen Feuer,  geräucherte Würste an der Decke, Großfamilien auf engem Raum, der Geruch der Nutztiere, die mit ihnen unter einem Dach hausten, die Dämpfe der Schlachtungen und Einmachkessel… Nee nee, die gute alte Zeit hat so romantisch, wie mancher sich das vielleicht heute zusammenphantasieren mag, auf dem Lande nie existiert. Nach den Eindrücken, die ich dort sammeln konnte, muss es jedenfalls ein körperlich ungeheuer hartes und zum Himmel stinkendes Landleben gewesen sein damals.

Deele eines Bauernhauses mit Feuerholzkorb und Butterfässern

Zwar haben die ehemaligen Bewohner der Häuser natürlich längst das Zeitliche gesegnet, dennoch gibt es rund um ihre einstigen Wirkungsstätten, auch außerhalb der Vorführungstermine, heute noch eine Menge Leben. Und damit meine ich nicht die ~250.000 Besucher, die das Museum lt. Wikipedia jährlich durchstreifen – die verlaufen sich wohl während des Jahres auf dem großen Gelände, sodass selbst ich, die auf Menschen in Massen leicht allergisch reagiert, sich davon nicht sehr gestört fühlt – nein, ich habe dabei eher die alten Nutztierrassen im Sinn, die auf dem Museumsgelände gehalten und gezüchtet werden…

Fotocollage mit Hahn, Huhn, Pferd, Schaf und einem sich im Schlamm suhlenden Schwein

…sowie die traditionellen Bauerngärten, mit alten Kultur- und Zierpflanzenarten, die auf überlieferte Weise bei den Höfen angelegt wurden.

Bauerngarten, mit traditionellen Buchshecken eingefasste Gemüse-, Kräuter- und Staudenbeete

Nachtrag: Ein paar Gartenfotos mehr gibt’s in meinem Lebensglück Garten.

6 Kommentare »

  1. Dein Lieblingsbegleiter ist wohl etwas zu groß für das Bett ;-)
    Bei uns in der Nähe gibt es auch so ein Freilichtmuseum, ich denke ich sollte es auch mal wieder besuchen. Deine Fotos machen Lust darauf ;-)
    Liebe Grüße
    Rolf

    Kommentar von Rolf am 05.08.2009 um 22:07
  2. Rolf, für ein größeres Bett wär aber die Schlafkammer zu klein.

    Kommentar von Iris am 05.08.2009 um 23:55
  3. Danke fürs Mitnehmen. Die Schule *lol* – und gut, dass man vors Örtchen eine Kette gehängt hat. Es sieht alles sehr idyllisch aus, aber es waren harte Zeiten damals. Da möchte ich nicht gelebt haben.

    Kommentar von april am 06.08.2009 um 13:32
  4. Das finde ich ja witzig. Ich bin über den Gartenblog hierher gekommen und stelle gerade fest, dass ich breits vor vielen, vielen Jahren bei Dir mitgelesen habe. Damals habe ich Dich durch einen Festplattenschaden verloren. Also sage ich doch mal fröhlich “Hallo, da bin ich wieder!”

    Kommentar von Landgefluester am 09.08.2009 um 08:13
  5. Na, da bin ich aber froh, dass ich dem Festplattenunglück doch nicht endgültig zum Opfer fiel ;o). Ein ebenso fröhliches “Hallo, freut mich” schmettert zurück
    Iris

    Kommentar von Iris am 09.08.2009 um 22:12
  6. Hach, da werden Erinnerungen wach. Dort war ich öfter, als ich noch in OWL lebte. Das ist gerade für Kinder, aber nicht nur für sie, ein echtes Erlebnis. So sehr Zeitreise, dass man sich richtig ein bisschen verzaubert vorkommt.

    Vielen Dank für den Beitrag + die schönen Fotos.

    Kommentar von Chinomso am 13.08.2009 um 12:56

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