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Zeitgeschehen

Polizeibrutalität auf der Freiheit statt Angst-Demo

Als ich gerade meine aktuellen Feeds durchgesehen habe, machte mich das lawblog auf ein schockierendes Video aufmerksam, das auf der gestern in Berlin stattgefundenen Freiheit statt Angst-Demo aufgenommen wurde. Es zeigt, wie ein Fahrradfahrer, der sich scheinbar lediglich Notizen macht, von mehreren Polizisten tätlich angegriffen wird.

Vera Lengsfeld verurteilt linksextreme Gewalt

…gegen Autos. Deshalb protestierte sie gestern in ihrem Blog scharf dagegen – genauso scharf wie gegen rechtsextreme Gewalt gegen Menschen. Dass ich diese Einstellung nicht nur materialistisch, sondern auch irgendwie menschenverachtend finde, konnte ich ihr da nicht mehr drunter schreiben. Denn nachdem sie gestern in der Bild am Sonntag, wie angedroht versprochen, noch etwas “mehr” von ihren Qualitäten gezeigt hatte, hat sie die Kommentarfunktion in ihrem Weblog abgestellt. Das wiederum kann ich mittlerweile verstehen: Mit der Zielgruppe, die sie damit wieder angelockt hat, würde ich mich auch nicht unterhalten wollen ;o).

Ringen um Worte

Ich sitz jetzt hier schon seit Stunden und frag mich, wie ich mein Entsetzen und meinen Zorn, über die öffentliche Menschenhatz der NPD auf einen schwarzen CDU-Politiker aus Thüringen, in angemessene Worte fassen kann. Doch ich finde sie nicht.

Sex sells

So lautet bekanntlich ein altes Verkaufsprinzip. Und was schon der B*LD auf Platz 1 der meistverkauften deutschen Druckerzeugnisse geholfen hat, verhilft ja vielleicht auch der CDU zum Wahlerfolg. Anders kann man die Botschaft dieser Wahlplakate beim besten Willen ja wohl kaum deuten.

Was ich davon halte? Ich bin zwar sehr für mehr Weiblichkeit in der Politik, doch ich will da keine Frauen sehen, die auf derart selbstentwürdigende Weise ihr Fleisch zu Markte tragen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich von den derzeitigen politischen ‘Eliten’ dieses Landes eh schon längst nicht mehr vertreten fühle – und zwar sowohl partei- als auch geschlechterübergreifend.

Aber ehrlich ist sie ja, die Frau Lengsfeld, das muss man ihr lassen. Sie lässt ihre Wähler zumindest nicht darüber im Unklaren, was von ihr und ihresgleichen zu erwarten ist. Aber ob das auch nur ansatzweise reicht, um die Staatskonten aus den tiefroten Zahlen zu bringen? Ich wage es zu bezweifeln – zumal Frischfleisch auf diesem Markt der nackten Tatsachen deutlich mehr einbringt. – via sagichdoch?

Nachtrag (14:10 Uhr):
Ihr Plakat konnte mich persönlich zwar nicht davon überzeugen, dass Vera Lengsfeld Humor hat (btw Humor, den ich schätze, ist geistreich; doch Esprit hab’ ich auf dem Pin-Up Wahlplakat nicht gefunden), aber amüsant finde ich sie ja schon irgendwie – z.B. wenn sie so was schreibt:

Unser Plakat war ein voller Erfolg. Die Zahlen sprechen für sich. Bei der Anzahl der Besucher relativiert sich die Anzahl der gehässigen Kommentare. Sie bewegen sich im untersten Promille- Bereich.

Um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu stützen, hat Frau Lengsfeld nämlich zwischenzeitlich die Kommentare ausgeschaltet und nicht etwa nur ein Stoppschild hingepappt. Ist das nicht pfiffig für eine CDU-Kandidatin ;o)?

Nachtrag II (15:25 Uhr):
Halina Wawzyniak von der Partei DIE LINKE setzt ihren Arsch dagegen. Der m.E. passendste Kommentar dazu:

Genau. Laßt die Leute zwischen Titten und Arsch entscheiden!
Scheiß Gehirn …

Nachtrag Menschenwürde

Heute hab’ ich im lawblog einen sehr lesenswerten Artikel gefunden, der m.E. eine gute Ergänzung mit Gegenwartsbezug zu unserer hier kürzlich geführten Diskussion zum Thema Menschenwürde ist.

In seinem aktuellen Blogposting legt Rechtsanwalt Udo Vetter ausführlich dar, wie die Familienministerin Ursula von der Leyen derzeit, mittels populistischer Argumentation, das Grundrecht auf Menschenwürde benutzt, um die Meinungs- und Redefreiheit im Internet einzuschränken:

Frau von der Leyen münzt das Abwehrrecht gegen den Staat in einen Handlungsauftrag des Staates um. Plötzlich ist die Menschenwürde ein Grund für staatliches Eingreifen – der Staat schützt die Menschenwürde seiner Bürger, indem er Dritten den Mund zuhält oder durch Stoppschilder dafür sorgt, dass sie im Internet nicht mehr gelesen, gesehen und gehört werden können.

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