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Poesie

Gedichtekette als Protest gegen das Böse VI

Spieglein, Spieglein an der Wand
Wer ist der größte Star im Land?
Es ist wie es war schon zur Römerzeit,
Man bekämpft sich in Arenen der Eitelkeit.
Die Anführer und Trainer der Gladiatoren
Heißen heut Heidi Klum oder Dieter Bohlen.

„Geiz ist geil!“ ist die Parole der Zeit.
Mit Skrupeln kommt man heut nicht mehr weit.
Wer heut noch Geschäfte auf Ehrenwort macht,
Wird beim Bruch desselben als Trottel verlacht.
Seine Habgier zu zügeln ist nicht mehr modern,
Doch ergaunerter Beute rühmt mancher sich gern.

Im Fahrwasser der sexuellen Revolution
Treiben Sextourismus und Zwangsprostitution.
Die Befreiung der Triebe war die hehre Absicht,
Doch an ihre dunklen Seiten dachte man nicht.
Nicht nur Freiheit forcierte die entfesselte Lust,
Sondern auch Sexkommerz und sexuellen Frust.

„Auge um Auge“ führt zur Blindheit der Welt,
So hat es einst schon Mahatma Gandhi erzählt.
Doch als 2001 zwei Türmen ward Gewalt angetan,
Sandte Bush einen Rachefeldzug nach Afghanistan.
Auf hungernde Flüchtlinge warf man Bomben dort,
Und die Verbündeten duldeten diesen Massenmord.

Der Wohlstandsmensch frisst Fleisch in Massen.
Dafür muss man ihm massenhaft Tiere beschaffen.
Und im Sinne der konsumfördernden Preisgestaltung,
Spart man an den Kosten für artgerechte Haltung.
Kritik- und maßlos verschlingt man Mahl um Mahl,
Zumindest bis zum nächsten Gammelfleischskandal.

Weil es die meisten Menschen schlecht ertragen,
Wenn es die Nächsten besser als sie selber haben,
Sind sie leicht von Puppenspielern zu regieren,
Die sie gezielt zu Neid und Missgunst animieren.
„Teile und herrsche“ die Strategie ist schon alt,
Eine vielfach bewährte Masche zum Machterhalt.

Millionen Menschen weltweit leiden Hunger und Not,
Die Erdatmosphäre ist vom Klimawandel bedroht,
Allabendlich werden uns Kriege im TV vorgeführt,
Das Grau’n so alltäglich, dass es kaum noch berührt.
Träge räkelt man sich auf samt’nen Sofakissen
Und denkt sich: Die Welt ist ganz schön besch….. .
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So, nun ist sie verbraucht meine Reime-Power,
Drum wünsch ich mir jetzt einen April-Shower.

Zeitversetzte Gedankenüberschneidung

Das hier…

Ich verstehe das nicht, und es macht mich wütend. Wütend zum einen, weil diese Attitüde gegen meine Person als Ganze geht, der von Menschen kommt, die mich doch überhaupt nicht kennen und die nichts von mir wissen außer dem kleinen Ausschnitt, den sie von mir wahrnehmen können, indem sie das, was ich z.B. im Internet schreibe, lesen. Aber sie haben noch nie persönlich mit mir gesprochen oder mich überhaupt außerhalb dieses kleinen Ausschnitts meines Lebens angetroffen, und nehmen diesen kleinen Ausschnitt aber als “alles”.

…hat mich heute an ein Gedicht erinnert, dass ich irgendwann anno 2004 schrieb:

:: Unbekannt ::

Wann ich schlaf oder wache,
Was ich jeden Tag mache,
Weißt Du nicht.

Welche Wege ich gehe,
Was ich höre und sehe,
Weißt Du nicht.

Was ich fühle und denke,
Was ich nehme und schenke,
Weißt Du nicht.

Was mich in Angst versetzt,
Was mich trifft und verletzt,
Weißt Du nicht.

Was mich glücklich macht,
Was mein Feuer entfacht,
Weißt Du nicht.

Was meine Seele bewegt,
Was meine Sinne erregt,
Weißt Du nicht.

Was und wen ich durchschaue,
Wem ich wirklich vertraue,
Weißt Du nicht.

Du siehst, was ich zeige,
Und liest, was ich schreibe,
Doch Du kennst mich nicht.

Winterimpression

Ich öffnete eine Tür und ließ Wärme herausströmen. Doch herein kam nur Kälte. Die Temperatur in der Innenwelt sank rapide. Also schloss ich die Tür, um nicht zu erfrieren. Doch es ist auch drinnen nicht wieder warm geworden. Dieser Winter ist lang, dauert nun schon länger als ein Jahr, und ich hatte nicht mit erneuerbaren Energien geheizt. Also kauere ich mich in eine Ecke, hülle mich in ein dickes Fell und warte auf das Ende der Eiszeit. Hin und wieder ruft die Disziplin ein paar Impulse zur Ordnung, denn unnötige Regungen sind zu vermeiden in Zeiten wie diesen…