Heimatliebe
Leben in Blomberg

Obwohl oder vielleicht gerade weil meine Familie in meiner Kindheit – meist aufgrund beruflicher Veränderungen meiner Eltern – häufig ihren Wohnort wechselte, empfinde ich mich heute als einen sehr ortsgebundenen Menschen. Ich mag keine einschneidenden Veränderungen in meiner gewohnten Umgebung und ziehe deshalb nur um, wenn ich es für absolut unvermeidbar halte.

Nichtsdestotrotz hatte ich in meinem Leben schon die Gelegenheit, verschiedene ländliche und urbane Lebensräume kennenzulernen und kann daher aus Erfahrung sagen, dass mir das Kleinstadtmilieu am meisten behagt: Es ist nicht so intim und vom Komfort der Zivilisation abgeschieden wie das Leben auf’m Dorf, jedoch auch nicht so anonym, reizüberflutet und naturentfremdet wie der typische Großstadtalltag.

Die längste Zeit meines Lebens habe ich bisher in Blomberg verbracht, einer idyllisch gelegenen Kleinstadt im Südosten des Lipperlands. Und dieser Wohnort gefällt mir auch am besten von allen, in denen ich bis jetzt gelebt habe.

Diese hübsche alte Stadt ist wie für mich maßgeschneidert – nicht zu groß und nicht zu klein. Die Leute hier nehmen einander wahr, wenn sie sich auf der Straße begegnen und grüßen sich auch desöfteren; doch man fühlt sich nicht unter permanenter Beobachtung und mischt sich auch nicht ungefragt in das Leben der anderen ein. Und das wunderschöne, landschaftlich abwechslungsreiche lippische Umland liegt in leicht zu Fuß erreichbarer Nähe.

Die Blomberger Kernstadt ist geprägt durch die Burg und die Reste der alten Stadtmauer, die reich verzierten, gut erhaltenen Fachwerk-Dielenhäuser einstiger wohlhabener Kaufleute und Handwerker sowie historische Kirchenbauwerke, die von der früheren Bedeutung Blombergs als christlicher Wallfahrtsort zeugen. Nichts wirklich Spektakuläres oder Pompöses, aber im Gesamtbild gutbürgerlich adrett und gepflegt.

In den letzten Tagen hatten mein Lieblingsbegleiter und ich wieder besonders viel Freude an Spaziergängen in und um Blomberg. Nahezu alle Straßen und Plätze werden hier derzeit malerisch verziert vom bunten Herbstlaub der Bäume und Sträucher.

Und der strahlend blaue Himmel, des von Frau hierundjetzt treffend prophezeiten goldenen Herbstes, bildet den perfekten Hintergrund für dieses Farbfeuerwerk – ein Bilderbuchoktober.

Ich hoffe, das schöne Wetter dauert noch eine Weile an, ehe die unvermeidliche kalte und graue Jahreszeit über uns hereinbricht.
Tags:Blomberg, Kleinstadt, Lippe
Iris Bleyer | 13.10.2008 | 19:30 Uhr | Heimatliebe | 2 Kommentare
Wanderung zum Velmerstot

Am gestrigen Sonntag hatten wir hier in Lippe ideales Wetter für einen ausgedehnten Herbstspaziergang. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und Temperaturen über 20 Grad lockten meinen Lieblingsbegleiter und mich dieses Mal in den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Von Feldrom aus wanderten wir durchs Silberbachtal, das den Teutoburger Wald vom Eggegebirge trennt, bis hinauf zum Lippischen Velmerstot.

Auf dieser Wanderung wurden die meisten Fotos jedoch ausnahmsweise nicht von mir, sondern von meinem Lieblingsbegleiter gemacht – was man vor allem daran erkennt, dass auf fast all seinen Bildern eine Frau mit Zopf zu sehen ist ;o).

Auf unserem Weg durch diese herrliche Wald- und Wiesenlandschaft kamen wir auch an einem Wildgehege vorbei, wo ich zum ersten Mal in diesem Jahr die Gelegenheit hatte, Damwild zu fotografieren. Doch auch eingezäunt sind die Tiere noch sehr schreckhaft. Man kann sich ihnen daher nur sehr behutsam nähern, wenn man Fotos machen will, auf denen man die Motive auch erkennt.

Beim Aufstieg zum Lippischen Velmerstot stießen wir dann noch auf ein Waldameisenbiotop. Waldameisen sind zwar deutlich größer als die, die wir Zuhause im Garten haben, aber es ist mir dennoch nicht gelungen, einzelne Exemplare erkennbar zu fotografieren, weil’s da im dichten Wald einfach zu dunkel für Makro-Aufnahmen war. Also muss hier zur Illustration die Aufnahme meines Lieblingsbegleiters vor einem der zahlreichen Ameisenhügel genügen.

Und dann ging’s weiter steil hinauf, wieder raus aus dem Wald, hinein in eine wunderschöne, herbstlich-bunt gefärbte Heidelandschaft.

Geschafft! Der Gipfel war erklommen, wir hatten das Ziel unserer Wanderung erreicht.

Der Lippische Velmerstot ist zwar nicht ganz so hoch wie sein Zwilling, der Preußische Velmerstot, doch er ist, neben der Hausheide und dem Klusenberg (je 441 m ü. NN), immerhin einer der zweithöchsten Berge des Eggegebirges. Und bei klarem Wetter bietet er seinen Besuchern eine imposante Aussicht über das Lipperland.

In Stein gemeißelt wird dem Wanderer hier angezeigt, wo er sich befindet und wie weit er es zurück nach Hause hat.

Tags:Ausflugsziele, Eggegebirge, Lippe, Silberbachtal, Velmerstot
Iris Bleyer | 29.09.2008 | 15:08 Uhr | Heimatliebe | Kommentieren
Lippische Denkmäler bei Detmold

Keiner, der das Lipperland bereist, kommt an Hermann dem Cherusker vorbei. Erstens ist er kaum zu übersehen, denn im Kreis weithin sichtbar streckt er auf der Grotenburg bei Detmold sein Schwert in den Himmel. Zweitens kennt hier jedes Schulkind den Heldenmythos um den germanischen Fürsten, der einst die Römer vernichtend schlug, in der Varusschlacht im Teutoburger Wald. So ist das Hermannsdenkmal sehr wahrscheinlich das erste, was einem Einheimischen einfällt, wenn man ihn nach einer Sehenswürdigkeit fragt, die ein Lippe-Tourist besucht haben muss.

Ob die berühmte Schlacht, die sich 2009 zum 2000. Mal jährt, allerdings tatsächlich hier in der Gegend stattgefunden hat, ist bis heute ungeklärt. Doch wie dem auch sei: Auf dem Teut, wo ihm sein Denkmal errichtet wurde, hat unser altgermanischer Regionalheld auf jeden Fall ‘ne klasse Aussicht.
Zwar kann ich persönlich mit Heldenverehrung nicht viel anfangen, aber das Hermannsdenkmal find ich trotzdem schön anzuschauen, und es steht in landschaftlich reizvoller Umgebung. Daher gehen mein Lieblingsbegleiter und ich da hin und wieder gern spazieren. Und gar nicht weit davon entfernt befindet sich eine weitere lippische Attraktion: die Externsteine.

Diese ebenfalls sehr beliebte touristische Pilgerstätte wurde allerdings nicht von Menschenhand geschaffen, sondern ist ein beeindruckendes Denkmal der Natur. Und da nicht nur die Steine, sondern auch die Landschaft drumherum weiträumig unter Naturschutz stehen, ist es ein erholsames Vergnügen und eine Augenweide, dort zu wandern.

Was den Australiern ihr Ayers Rock, sind dem Lipper seine Externsteine ;o).
Tags:Ausflugsziele, Detmold, Externsteine, Hermannsdenkmal, Lippe, Teutoburger Wald
Iris Bleyer | 12.09.2008 | 00:05 Uhr | Heimatliebe | 2 Kommentare
Mit dem Rad nach Bodenwerder

Das herrliche Spätsommerwetter haben mein Lieblingsbegleiter und ich am gestrigen Sonntag wieder zu einer Radtour auf dem Weserradweg genutzt. Unser Ziel war diesmal Bodenwerder, eine in der malerischen Voglerregion gelegene Kleinstadt zwischen Holzminden und Hameln.

Dort angekommen, haben wir uns erst mal ‘ne gute Stunde auf einer der Liegewiesen an der Weserpromenade ausgeruht, den vorbeifahrenden Booten nachgeschaut und uns die Sonne auf die Bäuche scheinen lassen.

Später haben wir in einem der gemütlichen Straßenrestaurants der Münchhausenstadt noch zünftig zu Abend gegessen und uns anschließend auf den Nachhauseweg gemacht.
In einem der Dörfer, durch die wir heimfuhren, trafen wir dann noch diese Schönheit an, die ich natürlich auch mit meiner Kamera festhalten musste (Premium-Catcontent ;o).

Überhaupt erst aufgefallen war sie uns während der Fahrt, weil sie sich vor dem großen Frontfenster eines Fachwerkhauses, direkt am Straßenrand, in Pose gelegt hatte.

Und schließlich ritten wir auf unseren Drahteseln in den Sonnenuntergang.

Herrlich erholsam war’s mal wieder. Ich hoffe auf noch viele weitere solcher Sonnentage in diesem Jahr.
Tags:Ausflugsziele, Bodenwerder, Fahrradtour, Fluss, Voglerregion, Weser, Weserradweg
Iris Bleyer | 01.09.2008 | 14:30 Uhr | Heimatliebe | 2 Kommentare
Ein Sommertag an der Weser

Noch ist Sommer – zumindest zwischen Bodenwerder und Bad Karlshafen an der Weser. Davon haben mein Partner und ich uns am letzten Wochenende, live vor Ort, vergewissert.
An sonnigen, freien Tagen sind wir mit unseren Drahteseln besonders häufig auf dem Weserradweg zwischen Bodenwerder und Hann. Münden unterwegs. Wie man anhand meiner Aufnahmen vom letzten Wochende hoffentlich erahnen kann, ist es landschaftlich paradiesisch schön da. Man bewegt sich dort den ganzen Tag lang durch eine Postkartenidylle, kann durch historische Städtchen bummeln oder ‘ne Picknickdecke am Weserufer ausbreiten, mitgebrachten Kaffee und Kuchen genießen und dabei dem Zug der Schäfchenwolken zuschauen. Kurz gesagt: Diese herrliche Flusslandschaft ist bestens geeignet, um kurzfristig einfach mal die Seele baumeln zu lassen und Körper und Geist vom Alltagsstress zu befreien.

Und genau in solchen Momenten erhält der Begriff ‘Heimatliebe’ für mich eine Bedeutung, die mit allen Sinnen erfahrbar ist. Dieses Gefühl inniger Verbundenheit mit der Gegend, in der ich geboren bin und bis dato den größten Teil meines Lebens verbracht habe, ist allerdings als Sinngehalt des Wortes ‘Heimatliebe’ noch relativ neu für mich. In meinen Teenager-Jahren und als junge Frau war dieser Begriff für mich noch nicht so positiv belegt. Zu der Zeit hab’ ich damit eher Trachtenkleidung, Volksmusik und Deutschtümelei assoziiert. Doch zum Glück sind menschliche Sichtweisen ja entwicklungsfähig…
Tags:Fahrradtour, Fluss, Weser, Weserbergland, Weserradweg
Iris Bleyer | 22.08.2008 | 11:04 Uhr | Heimatliebe | Kommentieren