Alltagsphilosophie
Ars vivendi
Claudia Klinger fragte ihre Leser nach deren ganz persönlicher Lebenskunst. Spontan antwortete ich in einem Kommentar, was mir nach der Lektüre ihres Blogpostings als erstes in den Sinn kam. Doch je öfter ich in den letzten Tagen über ihre Frage nachdachte, desto mehr fiel mir dazu ein. Also zähle ich an dieser Stelle noch mal stichpunktartig auf, was bisher beim Nachsinnen über das Gute in meinem Leben zusammenkam … um vielleicht schon morgen oder in ein paar Tagen festzustellen, dass auch diese Liste unvollständig ist. Es kann nur eine Momentaufnahme sein, denn meine Vorstellungen und Empfindungen, von guten und schlechten Einflüssen auf mein Leben, ändern sich in nicht vorhersehbaren Abständen. Was ich aber, denke ich, schon langfristig festhalten kann, ist meine persönliche Definition des Begriffs Lebenskunst: Lebenskunst ist die Fähigkeit, Glück zu empfinden.
Hier also meine momentanen Assoziationen zum Thema Lebenskunst (Reihenfolge willkürlich):
- Augenblicke, in denen ich den Eindruck habe, mein Lebensgefühl mit jemandem innig zu teilen.
- Momente der Zweisamkeit, in denen ich mich geborgen fühle.
- Mutterstolz, wenn mich meine pubertierenden Töchter ins Vertrauen ziehen.
- Aufatmen unter freiem Himmel, in einer schönen Landschaft.
- Die Entdeckung erster Blüten, an von mir selbst gezogenen Pflanzen.
- Erfolgserlebnisse bei der Erschaffung von Dingen mit meinen eigenen Händen.
- Der Genuss einer Lieblingsspeise.
- Zu zweit einen einzigartig schönen Sonnenuntergang beobachten.
- Einen Traum/Wunsch Wirklichkeit werden lassen.
- Bei körperlicher Anstrengung, die eigene Kraft und Leistungsfähigkeit spüren.
- Das Gefühl, einem mir lieben Menschen eine Freude gemacht zu haben.
- Das Schnurren meiner Katze, während ich sie streichle.
- Erste Frühlingsblüher entdecken.
- Einen inspirierenden, horizonterweiternden oder sonstwie berührenden Text lesen/Film sehen.
- Der Moment, in dem ich ein neues Lieblingsmusikstück zum ersten Mal höre.
- Das Gefühl, etwas Gutes (positiv Wirkendes) getan, gesagt, geschrieben zu haben.
- Augenblicke, in denen ich mich attraktiv und begehrenswert finde.
- Momente, in denen es mir gelingt, ein faszinierendes Motiv (nach meinen Möglichkeiten) fotografisch optimal einzufangen.
- Immer wieder etwas zum Lachen zu finden.
- Jemanden an meiner Seite zu wissen, bei dem ich mich ausheulen kann, wenn mir danach zumute ist.
- Zeit für mich allein zu haben.
Iris Bleyer | 17.09.2008 | 15:12 Uhr | Alltagsphilosophie, Persönlich | 3 Kommentare
Zuchterfolge
Frage: Was kommt dabei raus, wenn man jahrzehntelang Betriebswirte heranzieht und Geschichte, Politik, Religion, Kunst und Musik in den Schulen nur noch als Ausgleichsfächer angesehen werden?
Antwort: Ein geistloses Volk.
Tags:Bildung, Geisteswissenschaften
Iris Bleyer | 17.02.2006 | 19:09 Uhr | Alltagsphilosophie | 2 Kommentare
Apropos Toleranz
Ein wahrer Verfechter der Toleranz ist nicht der, der sie von anderen fordert, sondern der, der sich selbst darin übt.
Tags:Toleranz
Iris Bleyer | 04.02.2006 | 07:14 Uhr | Alltagsphilosophie | 2 Kommentare