Februar 2009
Zwanziger gegen Zwanziger
Stefan Niggemeier berichtete kürzlich zum wiederholten Male über einen mittlerweile eskalierten Rechtsstreit zwischem dem freien Journalisten Jens Weinreich und dem DFB (Deutscher Fußball Bund e.V.) und seinen Präsidenten Theo Zwanziger. Es geht dabei um nichts Geringeres als um die Verteidigung der Meinungsfreiheit gegen einen finanzstarken Gegner. Stefan Niggemeier bezieht dazu in seinem letzten Blog-Artikel zum Thema u.a. mit folgenden deutlichen Worten Stellung:
Ich finde es empörend, wie Zwanziger es ausnutzt, dass er es sich leisten kann, die Auseinandersetzung in die Länge zu ziehen und das finanzielle Risiko immer größer werden zu lassen. Ich finde es eklig, wie Zwanziger noch damit kokettiert, dass er im Falle einer Niederlage Geld für einen guten Zweck spendet (aber natürlich nicht für Weinreich, den er bis dahin in den Ruin getrieben haben könnte). Ich finde es widerlich, dass der DFB sich immer noch weigert, seine Lügen zuzugeben, richtig zu stellen und sich dafür zu entschuldigen. Ich finde es skandalös, dass der DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger noch im Amt ist, obwohl ihm inzwischen Gerichte bescheinigt haben, dass er Unwahrheiten über Weinreich verbreitet hat, und dass der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach noch im Amt ist, der Stengers Lügen stolz an eine dreistellige Zahl wichtiger Menschen verschickt hat, mit der Aufforderung, sie zu verbreiten.
Dieser Meinungsäußerung schließe ich mich vollumfänglich an! Und ich bitte alle, die dies’ lesen (insbesondere Fußball-Fans), mal einen kurzen Augenblick darüber nachzudenken, ob sie diesem skrupellosen Treiben der DFB-Bonzen, die hier m.E. das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung mit Füßen treten, untätig zusehen oder ob sie nicht, durch zwei Minuten Beschäftigung mit ihrem Online-Banking-Programm und einen kleinen Geldbetrag (z.B. einen Zwanziger ;o), die Waage der Justitia einen kleines bisschen zugunsten des Davids in diesem ungleichen Kampf beeinflussen wollen. Und falls ihnen Letzteres richtig scheint, finden sich die erforderlichen Daten in einem Blogposting von Jens Weinreich, mit dem er die Netzöffentlichkeit in dieser Angelegenheit um Hilfe bittet – was übrigens in meinen Augen absolut kein Grund für Schamgefühle ist. Es ist in unser aller Interesse, dass wir uns unser gutes Recht von solchen Typen wie den oben genannten DFB-Bonzen nicht abkaufen lassen. Schämen müssten sich für diesen Skandal m.E. ganz andere, denen es dazu aber offensichtlich am nötigen Schamgefühl mangelt.
Tags:Jens Weinreich, Meinungsfreiheit, Rechtsstreit
Iris Bleyer | 27.02.2009 | 15:45 Uhr | Journalismus, Recht im Netz | Kommentieren