März 2006
flyerpilot macht Druck
Och Menno, reißt das denn gar nicht mehr ab? Kaum ist der eine Fall abgehakt, drängt sich schon der nächste Abmahner vor und fordert die gesteigerte Aufmerksamkeit der Blogosphäre:
Dieses mal meint man bei flyerpilot.de, dass Hessi in seinem Blog nicht verraten dürfte, was er von deren Service hält. Und was fiel ihnen als erstes ein, um zu versuchen, das zu verhindern? Eine Aufforderung zur Löschung der Blog-Beiträge und Abgabe einer Unterlassungsverpflichtungserklärung.
Nicht besonders originell. Solche juristischen Kapriolen hatten wir doch jetzt schon so oft in letzter Zeit.
Aber scheinbar haben die flyerpiloten immer noch nicht mitbekommen, was Meinungsfreiheit im Internet ist. Wie Google funktioniert, wissen die Leute von flyerpilot offenbar ebenfalls nicht, denn sie nehmen es Hessi auch übel, dass er mit einem Erfahrungsbericht über deren Service bei Google auf Platz 2 der ersten Seite gelandet ist.
Tja liebe flyerpiloten, sowas kann einem eben passieren, wenn man seine Kunden enttäuscht. Ein Google-Bot ist da halt unparteiisch und verheimlicht das den Suchenden nicht ;o). – via wirres.net
Nachtrag: (17.40 Uhr)
Das FNP-Weblog und Robert Basic stellten inzwischen weitere Recherchen an. Offenbar zeigt man sich, seitens der Geschäftsleitung von flyerpilot, nun doch gesprächsbereit und gibt Auskunft über die genauen Beanstandungen, die zur Einleitung juristischer Schritte führten.
Nachtrag 2: (18.30 Uhr)
Auch Hessi hat sich mit einem weiteren Blog-Beitrag zum Thema gemeldet, in dem er zu den telefonischen Einlassungen eines Herrn Martin Schunk von der Firma Printgroup (offenbar übergeordnete Vertreterin von flyerpilot), die im FNP-Weblog veröffentlicht wurden, Stellung nimmt.
Nachtrag 3: (19.20 Uhr)
Hmm, ich kann in Hessis Beitrag allerdings noch nichts von der angesagten Gesprächsbereitschaft seitens flyerpilot bzw. Printgroup erkennen. Mit wem hat denn dieser Herr Schunk nun eigentlich bisher wirklich gesprochen, außer mit der Redaktion des FNP-Weblog?
Nachtrag 4: (31.03.2006, 18.15 Uhr)
Fall erledigt :o)
[...] namens und in Vollmacht unserer Mandantin teilen ich Ihnen mit, dass unsere Mandantin die Angelegenheit beim derzeitigem Sachstand nicht weiter verfolgt. [...] – Quelle: Hessis Weblog
Tags:Abmahnung, flyerpilot, Meinungsfreiheit
Iris Bleyer | 30.03.2006 | 15:06 Uhr | Recht im Netz | 2 Kommentare
Doch noch die Kurve gekriegt
Ich habe mich gerade sehr gefreut zu lesen, dass Moni die Gedankenträgerin und Transparency International – Deutschland schließlich doch noch zu einer Einigung gefunden haben, ohne die Gerichte zu bemühen.
Und Transparency fürs nächste mal: Bei Beschwerden oder Einwänden gegen Blog-Beiträge, einfach mal mailen – so von Mensch zu Mensch – oder noch besser gleich mitbloggen ;o).
Tags:Meinungsfreiheit, Transparency International Deutschland
Iris Bleyer | 30.03.2006 | 11:00 Uhr | Recht im Netz | Kommentieren
Transparency vs. Blogs Medienberichte
- Der selbstgemachte PR-GAU – Thomas Wiegold, Focus Online
- Transparency hat ein Blog-Problem – Ben Schwan, Netzeitung
- Transparency International im Clinch mit Weblogs – Fiete Stegers, tagesschau.de
- Gebloggte Meinungen – David Fischer-Kerli, taz
- In der Mangel der Blogger – Nicola Holzapfel, süddeutsche.de
- Wie transparency international mit Kritik umgeht – Karl Weiss, Berliner Umschau
- Transparency einigt sich mit Bloggerin – Fiete Stegers, tagesschau.de
Tags:Medien, Meinungsfreiheit, PR-Gau, Transparency International Deutschland
Iris Bleyer | 30.03.2006 | 00:38 Uhr | Journalismus | Kommentieren
Über Transparenz und Verantwortung
Persönliche Anmerkungen zum Artikel In der Mangel der Blogger in der süddeutsche.de:
Lieber Herr Bäumel von der Transparency International – Deutschland e.V., so leicht kann man sich nicht aus der Affäre ziehen, nachdem man erst mal eine juristische Drohkulisse gegen die Meinungsfreiheit im Internet aufgebaut hat. Auch wenn Sie das vermutlich im Moment anders sehen, aber Ihre Organisation ist m.E. völlig zu Recht in die Mangel der Blogger geraten. Wir Blogger sind nämlich Teil dieser Zivilgesellschaft, für deren Transparenz und Partizipation sich Ihr gemeinnütziger Verein angeblich einsetzt.
Einen kritischen Bericht, dessen faktisch richtigen Inhalt Sie offenbar durch Ihre eigene zeitweilig veröffentlichte Pressemitteilung bestätigten, kann man als verantwortungsbewusste, gemeinnützige Institution nicht aus der Welt schaffen, indem man versucht, mit justitiaren Drohbriefen seine Löschung zu erzwingen. Und nachdem dieses Ansinnen, aufgrund des Widerstands der Verfasserin, öffentlicher Proteste und Solidarisierung großer Teile der Blogosphäre, erfolglos blieb, die Autorin des Artikels gegenüber der Presse als Lügnerin darstellen. Wenn das dann auffliegt, kann man sich nicht einfach hinstellen und sagen: “Nichts. Wir machen einfach Nichts.” So geht das nicht!
Daher fordere ich die Transparency Deutschland auf: Übernehmen Sie Verantwortung! Beweisen Sie den Bürgern, die hier im Internet für die Meinungsfreiheit, Transparenz und Partizipation der Zivilgesellschaft eintreten (genau das taten wir Blogger in diesem Fall nämlich), dass Sie sie respektieren und sich ihnen gegenüber verpflichtet fühlen.
Tags:Meinungsfreiheit, Solidarität, Transparency International Deutschland
Iris Bleyer | 29.03.2006 | 16:15 Uhr | Recht im Netz | Kommentieren
Transparency Deutschland, es reicht!
Sie wollen Krieg gegen die Blogosphäre? Einen juristischen Feldzug gegen die Meinungsfreiheit im Internet? Na gut, dann bringen wir uns mal in Stellung:
Wenn Sie glauben, dass ein in Ihrem Interesse agierender Ethikbeauftragter und Justitiar einer arbeitslosen, alleinerziehenden Mutter, durch Androhung einer gerichtlichen Auseinandersetzung, ihre Meinungs- und Redefreiheit nehmen kann, dann rechnen Sie mit unserem erbitterten Widerstand!
Hiermit gebe ich bekannt, dass die Autorin des Blogs gedankenträger nicht nur mit meiner weiteren moralischen und publizistischen, sondern auch mit finanzieller Unterstützung meinerseits rechnen kann, falls es tatsächlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen ihr und der Transparency International – Deutschland e.V. kommt. Vorsorglich weise ich schon jetzt darauf hin, dass sich an meiner hier bekundeten Solidarität mit der bedrohten Bloggerin auch nichts ändert, wenn der Versuch unternommen werden sollte, sie zu diskreditieren.
Transparency International – Deutschland will ein “gemeinnütziger Verein” sein? Eine Organisation, die in einem Land mit demokratischer Verfassung gegen das international anerkannte Menschenrecht der Meinungsfreiheit vorgeht, ist in meinen Augen alles andere als gemeinnützig. Ein solches Vorgehen halte ich vielmehr für gemeingefährlich. Und sowas lassen wir uns nicht gefallen! Warum ich hier wir schreibe? Nun, deswegen und deswegen:
- An den Justiziar von Transparency Deutschland – Jens Scholz
- Moni löscht nicht – wirres.net
- Sollten da Kosten entstehen – rebellmarkt
- Transparency Deutschland begreift es nicht – BooCompany
- Quatsch: Urheberrecht auf Anwaltsgeschwätz – cheinemanieren
- Solidarität mit Moni – Rainer sacht
- “Gemeinnützig” – strassenkampf.org
- eMail an Transparency – unkreativ
- Moni wehrt sich – Rembrandt’s Malerwerkst.at
- Vom Treiben der richtigen und falschen Säue – Blogs!
- Keep on, Moni! – Meow!
- Ich will kein braver Blogger sein – segert.net weblog
- Transparency Deutschland hält sich nicht an die eigenen ethischen Grundsätze – ronsens
- mehr wie immer bei technorati.com
Tags:Meinungsfreiheit, Solidarität, Transparency International Deutschland
Iris Bleyer | 27.03.2006 | 20:38 Uhr | Recht im Netz | 17 Kommentare